2026-10-22
Ob wir die Berge, die unser Herz höher schlagen lassen, sehen werden, fragen wir uns im Vorfeld der Wanderung. Gemeint sind, wie kann es anders sein, der Säntis, die Churfirsten und der Speer. Vom höchsten Punkt der Wanderung, dem 890 Meter hohen Schauenberg sind sie zu sehen, wenn das Wetter mitmacht. Doch die Woche ist regnerisch Einzig der Donnerstag soll trocken sein mit Aufhellungen am Nachmittag.
Aber schön der Reihe nach. Wir beginnen die Wanderung in Elgg, ungefähr zwölf Kilometer östlich von Winterthur, unmittelbar an der Grenze zum Kanton Thurgau. Elgg ist eines der sechs historischen Zürcher Landstädtchen und wir bestaunen die prächtigen Riegelbauten im alten Stadtteil, die den Grossbrand von 1876 überlebten.
Schon kurz nach Elgg ein erster Höhepunkt: zwei Felder mit Sonnenblumen, Phacelia, Senf, (eine Gründüngung). Wenig später kommen wir zum idyllischen Weiher am Fusse des Fahrenbachtobels und dann zu zwei kleinen Wasserfällen.
Nächster Höhepunkt: die Guhwilmühle, 1730 erbaut, heute ein renommiertes Landgasthaus. Der Abstecher zum historischen Mühlenweiher Heurüti, ein geschütztes Naturgewässer, lohnt sich sehr.
Nun zur Eingangsfrage! Belohnt uns der Schauenberg mit Aussicht auf Säntis, Churfirsten und Speer und weiteren Bergen? Ja! Der Rundblick ist grandios, reicht von den Ostschweizer Bergen über die Glarner bis zu den Berner Alpen, übers Mittelland bis zum Jura und nach Deutschland. Der Schauenberg hat eine lange Geschichte. Die Ruinen der ehemaligen Burg sind noch sichtbar. Die Anlage, 1200 als einfacher Holzbau erstellt, etwa fünfzig Jahre später feudal umgebaut, wurde aus Rache schon 1344 von den Österreichern und Winterthurern zerstört, weil der Burggraf den Landfrieden brach. 1622, als sich die Schweiz während des Dreissigjährigen Krieges bedroht fühlte, wurde der Schauenberg Teil eines grossen Hochwachtsystems; Signale konnten unter anderem bis Hohenklingen bei Stein am Rhein und bis zur Burg Schnabel am Albis gesendet werden.
Ein kalter Wind lässt uns nicht lange auf dem Gipfel verweilen. Über das Hunziker Tobel geht es hinunter nach Turbenthal, wo wir im Sticki-Kaffee beim Bahnhof Turbenthal den Tag ausklingen lassen.
Herzlichen Dank, Rosemarie, für den tollen Ausflug!
Bericht: Catherine Lieberherr
Bilder: Ruedi Flotron