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Uina-Schlucht - Fuorcla Sesvenna

2026-10-12

Samstag, 10. Oktober:  Nach einer längeren Fahrt mit dem öV erreichen wir sieben Teilnehmende mit unserer Tourenleiterin Regula Vogel den Weiler Sur En (Sent), Ausgangspunkt der zweitätigen Tour. Der Himmel zeigt sich mittlerweile von der regenwolkenverhangenen Seite. Also stärken wir uns im Camping-Restaurant mit einem warmen Getränk und passen uns kleidungstechnisch (sowie mental) an die neuen Gegebenheiten an.

Die erste Wegetappe führt uns in einem leichten, dafür langen, Anstieg entlang der Uina. Immer wieder zeigen sich die Auswirkungen, die das schwere Unwetter im Sommer 2024 im Val 'Uina angerichtet hat: Schutt- und Geröllmassen türmen sich teilweise meterhoch auf, und die steilen Abhänge sind von Murgängen durchzogen.

Inzwischen wird der Regen zu unserem ständigen Begleiter, und wir entscheiden uns für die Mittagsrast, Schutz unter mächtigen Tannen zu suchen. Alsbald steigt der Weg steiler an und wir gelangen zum Herzstück der heutigen Tour, dem Felsenweg der Uina-Schlucht. Der Weg führt durch unbeleuchtete Tunnels und zahlreiche Felsgalerien. Wir sind beeindruckt! Die Art und Weise, wie der Weg die Uina-Schlucht überwindet, ist wohl einzigartig. Der Felsenweg ist mit Ketten und Drahtseilen gut gesichert.

Beim Ausgang der Schlucht angelangt, endet auch der Regen. Vor uns liegt das Schliniger Hochmoor, und beim Schliniger Pass verlassen wir Schweizer Boden und überschreiten die (grüne) Grenze zu Italien bzw. zur Provinz Bozen. Nach kurzer Zeit erreichen die Sesvenna Hütte 2256 m, unser Übernachtungsort. Mit viel Freude nehmen wir die erst kürzlich mit sehr schönem Holz erneuerte und erweiterte Hütte in Beschlag.

Die Zeit bis zum Nachtessen verbringen wir bei gemütlichem Kartenspiel und diversen Anekdoten. Das Nachtessen selbst lässt keine Wünsche offen. Nach dem Essen gibt sich eine italienische Vereinsgruppe am Nachbarstisch mit viel Emotionen einem italienischen Kartenspiel hin. Demgegenüber bleiben wir beim Währschaften Schweizer "Hose abe". Es werden angeregte Diskussionen geführt - insbesondere mit der italienischen Vereinsgruppe.

Sonntag, 11. Oktober:  Morgenessen 07.00 Uhr. Ein Blick aus dem Fenster lässt unsere Herzen höherschlagen. Heute steht das Wetter voll auf unserer Seite. Unter einem azurblauen Himmel nehmen wir den Weg hinauf zur Fuorcla Sesvenna 2817 m in Angriff. Die umliegenden höheren Gipfel präsentieren sich alle mit Schnee überzuckert; die Fernsicht ist perfekt. Bald blicken wir hinunter auf die Ebene des Schliniger Hochmoors und zurück zur Uina-Schlucht.

Etwas unterhalb des Lago Sesvenna verlässt der Weg die Sonnenseite und führt in einem Schattenhang weiter. Der Weg ist jetzt gefroren und leicht schneebedeckt. Alsbald erreichen wir aber wieder die Sonnenseite und den Lago Fuorcla Sesvenna. Wir lassen die herrliche Winterlandschaft voll auf uns einwirken. Nach rund 50 Höhenmetern stehen wir auf der Fuorcla und blicken hinüber zum "Dreigestirn" von Muntpitschen, Piz Sesvenna und Piz Plazer.

Von nun an geht es bergab, zuerst hinunter auf eine der zahlreichen vom Sesvenna-Gletscher hinterlassenen Schuttebenen. Alsdann gilt es eine steile, am Schatten liegende Felsstufe zu überwinden. Die teilweise überfrorenen und leicht mit Schnee bedeckten Steine erfordern nochmals volle Konzentration.

Den Abschluss des Val Sesvenna erreicht, folgt der Weg nun entlang des Aval S-charl. Kurz vor der Alp Sesvenna, inmitten einer wunderbaren Legföhren-Landschaft, legen wir Mittagsrast ein. Die letzte Etappe hinunter nach S-charl führt uns vorbei an Arven, Föhren und Lärchen. Aber auch hier sind die Spuren des Unwetters von 2024 unübersehbar. Schlussendlich erreichen wir das Bergdorf S-charl 1808 m und lassen die zweitätige Tour im Gasthaus Mayor ausklingen.

Herzlichen Dank, Regula, für diese schöne und abwechslungsreiche Engadiner Herbsttour.

Adrian, Alice, Dorothea, Esther, Heinrich, Kurt, Maja.

 

 

Bericht:   Adrian Kälin

Bilder:     Adrian, Alice und Regula

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