2026-09-11
Zernez, ein Vorgeschmack auf die Wanderwoche 2027 des SAC Toggenburg?
1. Tag: Mit einer halbstündigen Verspätung (wegen Bauarbeiten ist die Bahnlinie Wil-Wattwil für 2 Wochen unterbrochen und der Ersatzbus hat den Anschlus zum Zug in Lichtensteig nicht geschafft) macht sich die Neunergruppe unter der Leitung von Kurt Rohner bei knappen 8 Grad auf den Weg zum 1914 geründeten Nationalpark.
Nach dem Ueberqueren der Spöl zeigt der Wanderweg Richtung Bellavista. Doch zuerst sollen die Rucksäcke mit Lebensmitteln, die in einem Kasten auf den Transport zur Cluozzahütte warten, gefüllt werden. Zucchetti, Peperoni, Milch oder gar ein Kürbis..... Der Aufstieg durch den Wald nach Bellavista ist angenehm und bald schon werden Windjacken oder ähnliches ausgezogen.
Bei einer Hütte mit Licht im Wohnraum verzweigt sich der Wanderweg. Für uns geht es noch weiter Richtung Murteröl. Nach einer kurzen Mittagsrast setzt Regen ein. Schirme und Regenjacken werden ausgepackt und in flottem Tempo geht es weiter hoch mit Blick auf Nebelschwaden. Infolge der kühlen Temperaturen und unangenehmen Nass gibt es nur kurze Pausen. Eine Gruppe Steinböcke verschwindet gespenstisch im Nebel.
Irgendwann erreichen wir den Gipfel, Murteröl 2579 m.ü.M. Von der im Programm angekündigten Aussicht leider weit und breit nichts als diffuse Nebelschwaden.
Beim Abstieg Richtung Prasüra ist der Regen, gottseidank, vorbei. Nach vielen Schritten Auf und Ab, über Steine, Wurzeln und Moränen erreichen wir das Flusstal. Aber, zur Enttäuschung einiger Teilnehmerinnen, immer noch nicht die Hütte. Diese liegt nähmlich 80 Höhenmeter weiter oben im Wald!
Nach einer, für heute letzten, Anstrengung erreicht die Gruppe die 1910 erbaute Blockhütte, Chamanna Cluozza auf 1882 m.ü.M.
Mit warmen Kräutertee werden wir in freundlichem Berndeutsch begrüsst. Raus aus den feuchten Klamotten und den schmutzigen Schuhen, rein in die warme und gemütliche Stube.
Ein freundliches Team serviert um punkt 18.30h ein viergängies Abendessen: Erbsensuppe, grüner Salat (unglaublich!) Spaghetti und zum Abschluss ein leckerer Kuchen.
Die Wolken lockern sich und bescheren eine wunderschöne Abendstimmung.
2. Tag: Nach einer ruhigen Nacht Frühstücken um 7h, Auffüllen der Flaschen mit Tee oder Wasser, Packen und los geht's. Nebelschwaden, der Weg führt hinauf, Richtung Murter. Nach ca. 2 Stunden ist der 2545 ü.M. liegende Gipfel erreicht. Steinböcke, Gemsen, Murmeltiere... aber wenig Aussicht. Der Weg hinunter nach Plan Praspöl ist mit 1.5h angegeben. Und, da lichtet sich der Nebel, und der Blick ins Tal wird frei: die Ofenpassstrasse schlängelt sich mitten durch den Nationalpark, türkis das Wasser des Stausees.
Und immer weiter nach unten führt unser Weg zum Fluss Spöl, durch einen wunderbar duftenden Wald, über die Strasse und wieder hoch durch den Wald auf Waldwegen bis zur Alp Grimmels, 2055 m.ü. M.
Inzwischen scheint die Sonne und wir geniessen eine herrliche Aussicht auf die Berge und ins Tal.
Durch ein wunderschönes, romantisches Tal erreichen wir nach ca. 1 h den Parkplatz 1, wo wir das Postauto nach Zernez besteigen.
Mit der RhB dann wieder nach Landquart und ins Unterland.
Zwei unvergessliche Tage in guter Gesellschaft gehen zu Ende. Engadin, wir kommen wieder!
Bericht Nelly Näf
Bilder: Adrian Kälin, Elisabeth Keller