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Tourenwoche Berner Oberland

2026-09-05

Nach einer langen Anreise starten 13 wanderfreudige Senioren in Mürren erwartungsvoll in die langersehnte Tourenwoche. Auf dem aussichtsreichen Höhenweg, welcher uns zur Rotstockhütte führt, bestaunen wir zwischen mystischen Nebelschwaden und Wolken immer wieder das imposante Dreigestirn von Eiger Mönch und Jungfrau. Nach einer Einkehr wandern wir durch eine steile Geröllhalde mit Stufen und Drahtseil zur Sefinafurgge. Auf dem Abstieg treffen wir auf den Hüttenweg von der Griesalp, diesem folgen wir ansteigend bis wir auf der Gamchi Moräne zur ausgesetzten Gspaltenhornhütte gelangen. Wir verfolgen spektakuläre Gletscherabbrüche. Ein kühler windiger Tag und ein spannender abwechslungsreicher Weg liegen hinter uns.

Am heutigen, wolkenfreien Tag steigen wir hinunter über den schuttbedeckten Gletscher und queren Brücken über tiefen Schluchten. Oberhalb der Bundalp führt ein Bergweg schweisstreibend steil nach oben. Wir erklimmen die 600 hölzernen Stufen entlang einer imposanten Felswand zum Hochtürli und erreichen kurz darauf die Blüemlisalphütte. Inmitten von Wanderern aus aller Welt geniessen wir die Mittagsrast und die traumhafte Aussicht auf die Wilde und die Weisse Frau und den verbliebenen Bluemlisalpgletscher. Der Abstieg zum Oeschinensee verläuft über tief ausgewaschene Runsen. Wir geniessen ein kühles Bad im See und wandern über den prächtigen Panoramaweg, bevor wir mit der Seilbahn nach Kandersteg hinuntergleiten. Im Hotel Alpenblick geniessen wir einen feinen Znacht und den Komfort.

Bei schönstem Wetter fahren wir mit Bus und Seilbahn nach Sunnbühl, wo wir über grosse Schafalpen zur Wyssi Flue wandern. Am Gällihorn werden wir von einem Basejumper überrascht, der vor unseren Augen in die Tiefe springt. Bald erblicken wir das Rinderhorn den Gemmipass und den Daubensee. Auf dem luftigen Schwarzgrätli tauchen auch die Walliser Gipfel Dent Blanche und Matterhorn auf. Entlang dem Felshore führt ein rutschiger Pfad steil abwärts und wir sind froh, bald auf die öde, grösstenteils ausgetrocknete Ebene des Tälliseewlis zu gelangen. Durch viele Blocksteine suchen wir unseren Weg, welcher dann angenehm ansteigend zum Chindbettipass führt; unweit ragen markant die Tschingellochtihore empor. Ein sehr steiler und rutschiger Schotterweg führt uns hinab auf die grosse, weite Ebene der Engstligenalp, wo uns feudale Zimmer und ein feines Znacht erwarten.

Ein letzter Blick nach Adelboden und wir durchwandern die ausladenden Alpweiden, bevor wir dann zum Ammertengrat hochsteigen. Bald wird der Weg anspruchsvoller und wir sind wieder alleine unterwegs. Das grosse Wildstrubelmassiv ist nicht zu übersehen. Die grossen runden Schmelzwasserkrater im Schuttgletscher beeindrucken uns, und wir umgehen diese dank unseren guten Führern im nötigen Abstand vorsichtig und sicher. Wir steigen über ausgedehnte Schutt- und Geröllhänge hoch über ein plattiges Felsband auf eine weite Ebene. Während des Aufstiegs zum Ammertenhore knirschen feine, helle Schieferplättchen unter unseren Schuhen. Der Tief- und Weitblick in Richtung Lenk ist grandios. Wir steigen über viele farbige Blöcke mit Versteinerungen, dann folgt ein steiler, rutschiger Abstieg zum stiebenden Wasserfall unterhalb des Retzligletschers. Unerwartet segelt ein Bartgeier hinter einer Felswand hervor, dann taucht das langersehnte, türkisfarbene Fluhseeli auf, mit der nahen, unbewarteten Fluhseehütte. Die Damen nehmen ein kühles Bad im See während die Herren Apéro und Abendessen zubereiten. Wir sind alleine hier und geniessen einen traumhaften, warmen Abend vor der Hütte mit toller Aussicht auf das Simmental. Den Abwasch erledigen die Damen schnell – da Teller nicht zusammengestellt werden durften, blieben sie fast sauber…

Bei schönstem Wetter wandern wir am Retzligletscherseeli vorbei über den Tierbergsattel (VS) zu den Rawliseelenen mit Blick auf die Wildstrubelhütte und die umliegenden militärischen Einrichtungen. Über den Rawilpass gelangen wir zur beinahe wasserlosen Hochebene Plan des Roses. Nach Mittagsrast und Bad im See folgt der strenge Aufstieg über ein grosses Karstgebiet zum Schniedejoch. Immer wieder lohnt sich der Blick auf die Walliser Viertausender. Am grossen Tungelgletscher vorbei, steigen wir auf einer Moräne ab zur Wildhornhütte, wo uns bereits viele Abenteurer erwarten. Ein paar Wasserratten kühlen sich noch im nahegelegenen See ab.

Nach einer etwas unruhigen Nacht in der knarrenden Hütte steigen wir zum Tungelpass auf und weiter über grosse Alpweiden zum Stüblenipass. Bald führt ein Gratweg durch eine einzigartige Kraterlandschaft – Dolinen und Pyramiden aus Kalk- und Gipsgestein – in Richtung Louenehore. Die Sicht auf den Lauenesee und den unseren zurückgelegten Weg ist fantastisch. Der Abschluss bildet der exponierte, aussichtsreiche Wasserngrat, auf welchem wir zur Steilbahn wandern, die uns nach Gstaad bringt. Durch die Züglete (Alpabzug) werden viele Touristen angelockt und wir tauchen ein in den festlichen Rummel.

Diese Wanderwoche war in jeder Hinsicht grossartig und unvergesslich. Für die Planung der Touren und die umsichtige Führung danken wir unserm Leiter Paul sowie Kurt und Brigitta für die Unterstützung.


Bericht: Manuela Ammann (Cécile Schmid, Adrian Kälin)

Bilder: Manuela Ammann, Adrian Kälin 

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