2026-08-19
Chammhalden, Säntis Ostgrat, 15./16. August mit Nick Baumann
Wie freute ich mich, mit einer überschaubaren Gruppe (Nick Baumann mit fünf Teilnehmenden) eine zweitägige Kraxeltour zu unternehmen!
Nach etwas turbulenter Reise konnten wir bereits um 7:15 bei der Schwägalp starten. Spannend, das mehrere Tonnen schwere und gut verankerte Spanngerät für die je 55 Tonnen schweren Seilbahn – Tragseile zu sehen! Die ebenfalls eindrücklich grosse Tribüne nebenan für den Schwägalp – Schwinget reihte sich in die Superlative ein.
Bald wurden die Gespräche seltener beim zügigen Aufstieg durch den steilen Grashang. Mit grosser Freude kraxelten wir Nick und den orangen Punkten nach über die Chammhalden zum Hüenerbergsattel. Nach einer wohlverdienten Pause gings weiter in die Mulde beim Schneeloch: Schneeballschlacht inklusive. Über Geröll querten wir zur Wagenlücke, wo wir die Klettergstältli und Helme montierten. Es galt, durch Seil gesichert den mit kleinen Eisentritten versehenen Aufschwung zu meistern. Nach einem weiteren etwas kniffligen Tritt gings zu genussvollem Kraxeln über den Ostgrat / Bösegg hinauf bis auf den Säntis.
Wen wunderts, dass wir mit etwas müden Knochen erst mal den Durst löschten. Misst man in der Karte nach, waren es immerhin rund 1500m Aufstieg und 300m Abstieg. Oben auf der Terrasse beobachteten wir das herannahende Gewitter mit dem lang ersehnten Regen.
Bestens verpflegt mit reichhaltigem Nachtessen spielten wir, bis wir sogar zu müde waren zum lachen. Wie angenehm, in einem renovierten Sechserschlag zu übernachten.
Frisch gestärkt gings tags darauf weiter über den Lisengrat zum Rotsteinpass. Von da stiegen wir auf dem Wanderweg Richtung Meglisalp etwa 250m ab. Bis zum steileren Aufstieg über Löchlibetter querten wir einige Grasbänder. Sie waren trotz Gewitterregen tags zuvor bereits wieder trocken. Eine schiefrig rutschige Stelle musste noch durchquert werden, bis es felsig aufwärts ging. Wie schön, dass die ganze Gruppe zügig und geschlossen unterwegs war! So hatten wir noch Zeit, über den Altmasattel auf den Altmann zu steigen. Nach etwas Verpflegung gings kräfteschonend rutschend über das Geröllfeld runter Richtung Zwinglipasshütte. Eindrücklich, dass wir noch aus nächster Nähe sechs Steinböcken zuschauen konnten, wie sie sich ausruhten, streckten und sich mit ihren langen Hörnern am Rücken kratzten! Nick zeigte uns noch ein Karr – Loch, wo einst ein Steinbock geborgen werden musste, weil er runtergefallen war und sich nicht mehr selber befreien konnte.
Nach Gesprächen und Durst löschen in der Zwinglipasshütte stiegen wir über den alten Hüttenzustieg und das Flüretobel ab nach Wildhaus. Trotz gesamt 570m Aufstieg und 2100m Abstieg waren wir noch recht munter und dankten Nick und Heidi für die spannenden Routen und die gute Betreuung nach dem Motto: „Es gat scho“!
Dabei waren Manuela, Ralph, Helen, Therese, Heidi, TL Nick
Text: Therese Vögtlin