2026-08-01
Grossartige Umrundung des Gran Muveran 13.-17.Juli 2026
MO
Erwartungsvoll beginnt für die Toggenburger die Reise in aller Frühe. In Sion, inzwischen bin auch ich zur Gruppe gestossen, steigen wir um ins Postauto, das uns über eine der spektakulärsten Bergstrecken auf die sagenumwobene Alp Derborence hinauf bringt. Beim Kaffeehalt bestaunen wir die hohen, fast senktrechten Wände der Diablerets.
Hier beginnt unsere 5-tägige Rundtour mit sanftem Anstieg über Alpweiden, via Pas de Cheville und Col des Essets, dann hinunter zur Alp Pont de Nant, wo wir im gleichnamigen Berggasthof die erste Nacht verbringen.
DI
Früh starten wir im kühlen Schatten durchs Vallon de Nant unsere heutige, etwas alpinere Etappe.
Erste Überraschung ist das Trou de l`ours, ein köstliches Schlupfloch, das es zu durchklettern gilt.
Der Weg führt weiter einem Grat entlang, später über Blockgelände, vorbei an verspielten Felsformationen zum Col des Pauvres, wo wir Mittagshalt machen.
Weiter geht’s über eine steile Grasflanke hoch zum nächsten langen Grat, der zum Col des Perris Blancs führt. Der Weg wird anspruchsvoller, teils mit Drahtseilen gesichert, vorbei an alten Militär-Reduits, die im
2. Weltkrieg ganzen Truppen als Unterkunft gedient haben.
Ein kurzer Abstieg über eine steile Geröllhalde führt uns schlussendlich zum nächsten Nachtlager, der herrlich gelegenen Cab. de la Tourche. Von hier aus haben wir einen grossartigen Tiefblick ins Walliser Rohnetal und auf den Lac Léman, sowie zu den gleich gegenüberliegenden Dents du Midi.
MI
Der Höhenweg führt uns hoch über dem Tal der Flanke der Dent de Morcles entlang, mit herrlicher Sicht auf Mt. Blanc und die Walliser-4Tausender. Wunderbare Blumenpracht säumt unseren Weg, mit Purpurenzian, Edelweiss und Männertreu, besucht von unzähligen Schmetterlingen.
In der Luft werden wir scharf beobachtet von einem Adler, später von einigen Gänsegeiern, Murmeli pfeifen Alarm, Gämsen springen davon.
Abwechslungsreich, durch Lärchenwald geht es weiter über le Diabley zur Cab. Demècre, wo wir zur Mittagszeit Halt machen.
Vom gleichnamigen Pass steigen wir ab zum Lac Supérieur de Fully, wo wir einen Badehalt einschalten wollten.
Ein rasch herannahendes Gewitter zwingt uns jedoch dazu, so schnell wie nur möglich zum heutigen Ziel, der Cab. Fenestral aufzusteigen. Ca. 30.min lang prasselt dabei der Regen unerbittlich auf uns nieder, begleitet von starken Windböen, bis wir das schützende Ziel tropfnass doch noch erreichen.
DO
Noch vor Sonnenaufgang besteigen wir kraxelnd, sportlich und spannend die Grande Dent de Morcles. Wir geniessen die Stille, den Sonnenaufgang, die einmalige Aussicht von den Dents du Midi über Mt. Blanc, Grand Combin, Dent Blanche bis hin zum Weisshorn, bevor es zurück zum Frühstück in der Hütte geht.
Gut getrocknet geht es danach weiter mit der nächsten Etappe.
Der Weg führt abwärts über mehrere Hochebenen, erstmals wieder kurz zurück in die touristische Zivilisation.
Bei der Bergstation Jorasse kehren wir zu einem kühlenden Getränk ein, bevor es weiter geht über Platten, mit Ketten gesichert, zum tiefsten Punkt der heutigen Tour.
Die Sonne brennt, vor uns liegt noch ein letzter steiler und langer Aufstieg zur Cab.Rambert.
Langsam und kontinuierlich steigen wir schwitzend höher, Schritt um Schritt nähert sich unser Ziel.
Marlis und Rosmarie kühlen sich untwerwegs im kalten Bach noch kurz ab.
Wunderschön und ausgesetzt steht sie da, die Cab. Rambert, hinter ihr die steile Wand des Grand Muverans, der dieser Tour seinen Namen verleiht.
Während dem Nachtessen können wir einem spektakulären Wetterschauspiel zuschauen, bestehend aus Blitz, Hagel, tanzenden Wolken, tosendem Wind und lang ersehntem Regen.
FR
Das nächtliche Gewitter hat gut abgekühlt. Auf die Besteigung des Grand Muverans müssen wir leider verzichten. Der Weg ist wegen Nässe und starkem Wind zu gefährlich.
So machen wir uns also auf zur letzten, abwechslungsreichen Etappe. Der Weg führt kurz abwärts in ein kleines einsames Tal, dann glech wieder hinauf in den Col de la Forcle. Ab jetzt geht es nur noch talabwärts.
Wir traversieren einzelne Schneefelder, steigen ab über mehrere Stufen entlang kleiner Seen und dem hochwasserführenden Fluss Darbonne.
Angekommen auf der Alp Foche kehren wir ein in der speziellen Gite de l`alpage de Dorbon mit Jurte.
Bald darauf erreichen wir erste Lärchenwälder, wandern vorbei an beeindruckenden Trümmern der Lawinen vom letzten Winter.
Dann, kurz nach Mittag schliesst sich der Kreis, die grossartige Umrundung des Grand Muverans geht auf der Alp Derborence zu Ende.
Vielen herzlichen Dank Sepp für deine angenehme, umsichtige und kompetente Führung durch diese grossartige Landschaft, euch allen für die gute, kameradschaftliche Begleitung…es het eifach gfägt 😊
Brigitta Heller
Tourenleiter: Sepp Meier
Hans Egli
Martin Federer
Marlis Rohner
Kurt Rohner
Rosmarie Stilhart
Regula Vogel