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Jurawanderung, 1. Tag

2026-06-18

Weissenstein-Hasenmatt-Untergrenchenberg

13 SAC-Seniorinnen und Senioren machen sich am frühen Donnerstagmorgen vom Toggenburg auf den Weg nach Solothurn-Oberdorf und fahren mit der Seilbahn zum beliebten Aussichtspunkt und Hausberg von Solothurn auf der ersten Jurakette, dem Weissenstein (1280m). Das haben andere auch vor! Der Zug nach Oberdorf ist gestossen voll mit Wanderer, Schulklassen, Gleitschirmpiloten….

Nur Dank einem Spurt von Monika aus dem Zug an die Kasse gehören wir zu den ersten, die auf den Berg transportiert werden. Hier ist der Ausgangspunkt unserer zweitägigen Wanderung.

Wer will, kann sich im kleinen Juragarten beim Kurhaus bereits einen Überblick über die verschiedenen Blumen verschaffen, die, so hoffen wir, auch unterwegs anzutreffen sind. Im Bergrestaurant Sennhaus, bei Kaffee und Gipfeli, gibt es die ersten Informationen von der Tourenleiterin.

Dann geht es los: Über den Hinterweissenstein, wo sich der Einstieg ins eindrückliche Höhlensystem «Nidleloch» befindet, sanft ansteigend bis zum Fuss der Hasenmatt (1445m), dem höchsten Punkt des Solothurner Juras, immer begleitet von dutzenden Gleitschirmen über uns. Der kurze, steile Aufstieg zum Gipfel lohnt sich. Die Rundumsicht über das Mittelland zu den Alpen und gegen die weiteren Juraketten im Norden ist beeindruckend! Hier kann man sich einen Überblick über den Kanton Solothurn mit seinen unübersichtlichen Grenzen und Exklaven verschaffen. Bieler-, Murten- und Neuenburgersee sind im Westen erkennbar, obwohl es ziemlich dunstig ist.

Nach einem kurzen Abstieg wandern wir weiter auf dem Jura-Höhenweg. Inzwischen ist es heiss geworden. Wir sind froh über schattige Etappen im Wald und leiden, wenn es über offenes Gelände und dazu noch aufwärts geht. Der Weg führt jetzt über die Stallflue, eine erste steile Felswand, etwas später folgt die mächtige Wandflue, ein Abbruch in der Grössenordnung des Goldauer Bergsturzes, ausgelöst nach dem Rückzug des Rhonegletschers. Die Gemeinde Bettlach und Teile von Grenchen liegen über dem mächtigen Schuttkegel. Der Weg führt jetzt immer einige Meter vom Abgrund entfernt dieser Felswand entlang.

Vor uns gegen Süden sehen wir den Bettlachstock. Früher ein kaum beachteter Berg, heute Unesco Weltnaturerbe wegen seinem beachtlichen Bestand an uralten Buchen.

Wir gelangen auf die Hochebene des Obergrenchenberges. Dass diese zum Teil künstlich angelegt wurde, sieht man heute nicht mehr und dass da einmal Flugzeuge landen konnten wissen nur noch ältere Grenchnerinnen und Grenchner. Mit der Gründung des Flugplatzes Grenchen (1948) wurde hier eine Dependance errichtet. Wohlhabende, flugbegeisterte Industrielle landeten und starteten auf dem «Oberberg» gerne mit ihren Sportflugzeugen. Segelflieger wurden mit Gummiseilen über die Wandflue hinaus «gespickt». Nach einem tödlichen Unfall 1964 wurde dieser spezielle Flugplatz aufgehoben.

Wir entfernen uns von der Felswand. Der Weg führt jetzt abwärts über Bergweiden zum Gasthaus Untergrenchenberg wo wir von Frau Schneider, der Wirtin, herzlich empfangen werden. Auf der Terrasse geniessen wir den verdienten Schlusstrunk, aufgewertet mit Cremeschnitten oder «Chirschichueche», später auch das Abendessen und hier verbringen wir die Nacht.

Ein heisser, aber schöner und interessanter Tag geht zu Ende.

Morgen wandern wir weiter gegen Westen, über den «Röstigraben» und durch die Tubelochschlucht nach Biel.


Bericht und Bilder: Ruedi Flotron    

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