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Piz Morteratsch 2026

2026-04-18

Piz Morteratsch 18./19. April 2026
Der Wetterbericht für Samstag ist vielversprechend, für Sonntag durchzogen. Julien hat bereits frühzeitig vorausschauend Anpassungen vorgenommen und schlägt im WhatsApp-Gruppenchat vor, das tolle Wetter am Samstag zu nutzen und die Überschreitung des Piz Palü zu machen. Begeisterte Emojis und breite Zustimmung im Chat. So ist es beschlossen und alle treffen sich um 5 Uhr am Bahnhof Nesslau.
Bequem gewinnen wir an Höhe mit der ersten, bzw. zweiten Bahn 😉, auf die Diavolezza.
Wir und die andern, es sind heute wirkkich(!) viele, nehme den Aufstieg, der mit einer ruppigen Abfahrt auf den Gletscher beginnt, auf. Am Skidepot oder am Ski-Aufbindeplatz, kommt Everest-Base-Camp-Stimmung auf. wollen die da wirklich alle hoch?
Nach dem steilen Aufstieg zum Ostgipfel gehts nach kurzem Gipfelgenuss und einer Mikropause weiter über den angenehm zu gehenden Grat auf den Hauptgipfel. Bereits hier sind deutlich weniger Leute. Wir rasten auch hier nur kurz und begeben uns zur Abseilstelle und von dort, nun wieder auf Skis, zur Fuorcla Bellavista. Die Abfahrt Richtung Bovalhütte bietet imposante Gletscherimpressionen, steile Hänge und auch den von Jul versprochenen Pulverschnee finden wir vor. Nach ein paar „Springbogen“ in den müden Beinen dann Genusscruisen im Firn. Trotz langer Tour und mit ansprechend vielen Höhen- und Tiefenmetern in den Beinen muss das Bier noch redlich verdient werden mit einem beschwerlichen Aufsteig auf die Moräne, wo die Skis erneut getragen werden müssen. Die letzen Meter zur Hütte gelingen auf Skis und das Bier schmeckt wirklich wirklich gut!
Nach dem Abendessen, bei dem das Hüttenpersonal sowohl essenstechnisch als auch punkto Freundlichkeit punkten kann, brieft uns Jul: Für die geplante Tour auf den Morteratsch ist das Wetter zu unstabil und die Schneevehältnisse im Rosegtal zu prekär. Alternativ soll der Piz Tschierva unser Ziel sein. So verbleibt der Morteratsch halt auf der Bucket List (was ja ein grosser Vorteil ist, nicht, dass diese sich etwa noch leeren würde 😉). Der Vorschlag, einen Jass zu klopfen, wird nicht umgesetzt, was wohl nicht an der Spielverdrossenheit der Gruppe liegt; vielmehr fordern das frühe Aufstehen, die Höhe und die lange Tour ihren Tribut und so liegen Partymäuschen und Nachteulen schon vor der Nachtruhe in ihren, liebevoll vorbereiteten 😉, Bettchen.
Der Sonntagmorgen beginnt überraschend ruhig. Beim Frühstück und Zwägmachen sind wir tatsächlich alleine. Das entspannt die beiden Plaudertaschen so sehr, dass sie die Stille beim Losgehen nicht unterbrechen.
Nach der Querung eines ausgesetzten Bandes und dem steilen Aufstieg in die Fuorcla da Misaun erwartet uns leider keine spassige Abfahrt zum Schlussaustieg auf den gegenüberliegenden Piz Tschierva. Stattdessen liegt vor uns eine ausgeaperte Geröllwüste, wo kein Stein fix scheint. Die Entscheidung von Jul, hier umzudrehen, wird mit Zustimmung -und Erleichterung, jedenfalls bei der Schreibenden- aufgenommen; keiner hätte diese Stelle gleich zweimal passieren wollen. So wird das Wendemanöver eingeleitet und der Abstieg angeseilt in Angriff genommen. Nach nur wenigen „Springbogen“ folgt auch heute der gutmütigere Firn und wir finden ein hübsches Plätzchen zum Znüni-Näh. Zurück bei der Hütte erleben wir wieder einmal, wie rasch das Wetter dreht. Eben noch die Sonne im Gesicht, verdunkelt sich der Himmel, Nebel zieht auf und es beginnt zu schneien. Wir sind definitiv lieber hier als auf einem der umliegenden, nicht mehr erkennbaren Berge. Auch heute will das Bier verdient sein. Statt gemütlichem Usefahre nach Morteratsch müssen wir uns bereits lange vorher unserer Skis entledigen und den Weg unter die Füsse hehmen. Zu unserer Überraschung gibt es, entgegen der Aussage des Hüttenwarts, doch noch etwas zu Trinken auf der Terrasse des Hotels Morteratsch. Und weil wir so gerne in der Sonne sitzen, zeigt sich diese noch einmal genau für die Dauer unseres Einkehrschwungs. Wenn Engel reisen…
Danke Julien für die flexible und umsichtige Tourenleitung und allen Teilnehmenden für die tollen Tage!
Teilnehmende: Julien (Tourenleiter), Sybille, Christoph, Werner, Philipp, Markus, Marlene (Bericht)

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