2026-04-09
Von Boniswil nach Böju soll es an diesem Donnerstag gehen. Böju – wo liegt denn das? Rosemarie Stillhard lacht: Wenn ich in meinen heimatlichen Dialekt zurückfalle, verstehen mich die meisten nicht mehr; Böju heisst Beinwil am See. Rosemarie ist ganz in der Nähe in Mosen auf einem Bauernhof aufgewachsen. Gerne erinnert sie sich an das Jahr 1963, als der See etwa ein Monat lang gefroren war und sie mit Ross und Wagen über den See fahren konnten.
Den Morgenkaffee müssen wir uns verdienen: 135 Meter Höhenunterschied in einer halben Stunde gilt es zu bewältigen, bis wir in Leutwil bei Kaffee und Vollkorngipfeli die erste Pause einlegen.
Weiter geht es auf dem Höhenweg aargauSüd zum Homberg. Welch Augenweide, schwärmt eine der Teilnehmerinnen: Im Vordergrund die grüne Wiese mit gelben Tupfen (Löwenzahnblüten), dahinter ein blaues Band (der Hallwilersee, der Baldegger See), davor ein paar Bäume, die ihre Schatten auf das Wasser werfen, weiter hinten wieder ein grüner Streifen (die Lindenberg Hügelkette), umrandet von Schneebergen, die weit in den Himmel hinaufragen.
Kurz vor der Mittagspause ein steiler Aufstieg: 89 Stufen hinauf zum Hombergerturm. Der Blick von dort in die Bergwelt ist einzigartig. Alle kommen auf ihre Rechnung. Wer gern Heimat hat schaut zum Säntis, zum Schnebelhorn hinauf; wer hohe Berge bevorzugt auf die Berneralpen, wer die Nähe liebt auf die Rigi oder den Pilatus.
Anschliessend ist Luxus angesagt. Heinzelmännchen, äxgüsi ein Heinzelehepaar (Schwester und Schwager von Rosemarie), haben ein Feuer vorbereitet und wir können grillieren. Was macht die Gegend lebenswert, frage ich das Heinzelehepaar: die schöne Landschaft, die Stimmungen am See, das Ländliche, die Ruhe und gleichzeitig ist man in einer Stunde ungefähr in den Zentren Zürich, Basel, Bern; auch im Tessin ist man schnell.
Nach der Mittagspause geht es hinunter nach Beinwil. Von dort führt ein idyllischer Weg dem rostroten See entlang nach Mosen. Rostrot? Woher diese Farbe? Es sind sogenannte Frühlingsrosen (Algen), sagt die Verkäuferin des Kiosks, die uns am Ende der Wanderung Getränke und Eis verkauft.
Rosemarie, es war eine wunderschöne Tour - herzlichen Dank!
Bericht: Catherine Lieberherr
Bilder: Ruedi Flotron