2026-03-29
• Schon einige Tage im Voraus war für die fix geplanten Tourentage eine Sturm- und Kaltfront von Norden kommend angesagt. Weil das Averstal fast auf der Alpensüdseite liegt, sollte der Anreisetag trotzdem noch bis am späten Nachmittag sonnig bleiben und eine Tour möglich sein. Zwei noch junge Damen aus der Sektion, eine junggebliebene Seniorin und sechs ebenso jugendliche Senioren fuhren am Mittwochmorgen zeitig Richtung San Bernardino und zweigten dann oberhalb Andeer ab ins Averstal. Aus dem grünen Unterland kommend tauchte man dort in eine noch winterlich-sonnige Landschaft ein. Angenehme Temperaturen und Sonnenschein begleitete die Gruppe ab Juppa erst dem Bergalgabach nach zum Fürgaboda und anschliessend die rund 500hm hinauf über den Fürgaberg. Nun führte die Route über weite Böden mit nur geringer Steigung gegen zwei km Richtung Süden zum Saentpass und schlussendlich zum höchsten Punkt am Bödagrat auf 2951m. Inzwischen war gelegentlich Wind aufgekommen, bizarre Wolkenspiele verzierten den stahlblauen Himmel und kündigten den Wetterwechsel an. Herrlich und umfassend war die Aussicht in die Bergellerberge und bis zur Bernina. Die Abfahrt bot dann so ziemlich alles, von feinstem Pulver über Windharsch und Sulz mit und ohne tragender Schmelzkruste. Just zur rechten Zeit kehrte die Truppe nach einer kräfteraubenden Stöckelpartie über ca. dreieinhalb km Langlaufpiste zum Ausgangspunkt zurück. Im Gasthof Alpenrose in Juf erwartete uns eine einfache, aber hervorragend geführte Unterkunft mit einer feinen Küche. Den Abend vertrieb man sich mit einem lustigen Kartenspiel, während draussen die ersten Sturmböen den Schnee aufwirbelten. Wie erwartet, staubte und stürmte es die ganze Nacht und am nächsten Tag so sehr, dass man keinen Hund nach draussen schicken würde. Also gemütlich mit dem Postauto nach Andeer und in der warmen Therme den tanzenden Schneeflocken und den Vögeln nachschauen. Für den Freitag war teilweise sonnig angesagt und der Wind sollte auch etwas nachlassen. Die Menge an Neuschnee war in diesem Gebiet bescheiden geblieben und wurde nur in Mulden und hinter Kuppen abgelegt. Die Lawinensituation entsprechend auf Stufe 3. Das Grosshora ab Pürt bot sich als mögliches Tagesziel an, das bei einigermassen Sicht und defensiver Spurwahl ohne grosses Risiko erreichbar schien. Und es hat sich sehr wohl gelohnt. Auf den abgewehten Hängen und Kuppen fiel die Spurarbeit leicht, Nebel, Sonne oder leichter Schneefall und Wind erlaubten trotzdem eine ordentliche Orientierung. Nach nur rund 3h waren die 900hm geschafft. In der Abfahrt dann der Lohn: die meist sanft geneigten und mit Neuschnee gefüllten Mulden liessen oft zum Jauchzen schöne Schwünge zu. Ein überaus versöhnlicher Abschluss dieser Tourentage wurde zu guter Letzt im Gasthaus Roffla bei Tomatensuppe und einem Umtrunk gefeiert. Vielen Dank an Alle die mit Elan und Humor dabei waren, es war mir eine Ehre, Euer TL Sepp.
Fotos: Christoph Schuler, Sepp Meier