2026-03-12
1. Tag, 11. März 2026
Wir fahren via Chur und die Albulastrecke nach Bergün, unserem Domizil für die nächsten 3 Tage. Nach Thusis überrascht uns der Tourenleiter, Kurt Rohner, mit Kaffee und Gipfeli. Er hatte sie bestellt und übernimmt sie beim kurzen Halt in Thusis. Super Idee!
Die Sonne scheint, die imposante Albula-Bahnstrecke erfreut uns. Wir stellen fest, dass auch hier oben in Bergün nur noch teilweise Schnee liegt.
Vom Bahnhof zum Kurhaus sind es nur wenige Geh-Minuten. Die Geschäftsführerin begrüsst uns und erzählt uns interessante Details über die wechselvolle Geschichte des mehr als 100-jährigen, heute historischen Hotels.
Nach einem kleinen Lunch starten wir zur ersten Tour, die direkt am Dorfrand beginnt. Diese führt uns auf der Schattenseite des Tals teilweise aufwärts Richtung Bergünerstein (Wikipedia kann entnommen werden, dass um 1696 ein Saumweg mit dem damals neuen Schwarzpulver in die Felswand des Bergünersteins gesprengt wurde. Dadurch konnte der mühsame und teils gefährliche obere Weg über Pentsch abgelöst werden. Der Saumweg (heute Strasse) war/ist als Zufahrt für Bergün wichtig.
Wir laufen auf Nassschnee und teilweise auf Eis, das mit den Schneeschuhen gut bewältigt wird. In den Wäldern hat es auch apere Stellen Es eröffnen uns schöne Ausblicke auf Bergün, Bahn und Passtrasse hinunter.
Wir steigen im Wald weiter auf und erreichen den höchsten Punkt. In einer grossen Schleife führt unser Pfad zurück zum Dorf. Beim Skilift kehren wir ein.
Ein Teil geniesst noch das kleine aber feine Bad und/oder die Sauna (Teilnehmerzahl begrenzt) und wir freuen uns auf das Abendessen.
2. Tag, 12. März 2026
Die Berge sind verhangen, aber es fällt praktisch kein Niederschlag. Kurt hat sich für die Tour ab Preda entschieden.
Nach einem reichhaltigen Frühstücksbuffet fahren mit der RhB die bekannte Bergstrecke nach Preda. Es ist immer wieder beeindruckend wie die Bahn die 500 Höhenmeter mittels Tunnels, Viadukte und Kehren bewältigt. Bekannt ist auch die Schlittenstrecke auf der Albulapass-Strasse von Preda nach Bergün.
Wir aber montieren in Preda gleich unsere Schneeschuhe. Es liegt etwas mehr Schnee als in Bergün und das Schneeschuhlaufen durch den lichten Wald hinauf macht Spass. Wir erreichen eine Anhöhe; unter uns liegt die Passstrasse und darunter der schön gelegene See Lai da Palpuegna. Leicht steigend erreichen wir auf ca 2000 m Crap Alv. Wir umrunden eine idyllische Ebene mir Seelein, Baumgruppe und bizarren Felsformationen. Mancherorts ist die Schneedecke nicht genügend fest und immer wieder bricht jemand bis auf die Knie ein. Zurück bei Crap Alv machen wir Mittagrast. Es ist recht frisch hier oben.
Wir steigen deshalb bald schon ab, durch idyllische Wäldchen mit eindrücklichen alten Arven, entlang des Lai da Palpuegna auf der linken Seite. Nun wird es sogar etwas abenteuerlich. Wegen eines alten Lawinenkegels sind wir nicht mehr auf einem Pfad. Kurt führt uns aber sicher durch Unterholz und unwegsames Gelände bis wir wieder auf den Bergweg stossen. Danach erreichen wir bei nun recht sonnigem Wetter bald schon Preda, wo auch der Durst gelöscht werden kann.
Drei Frauen benützen die Gelegenheit und schlitteln auf noch recht guter Piste nach Bergün hinunter. Wir anderen kehren per Zug zurück.
3. Tag, 13. März 2026
Wir geniessen nochmals das reichhaltige Morgenbuffet in den schönen historischen Räumen des Hotels.
Abmarsch vor dem Hotel ist um 8.45 Uhr. Wir marschieren durch das im Winter fast autofreie Bergün mit seinen alten Bündnerhäuser bis zur Sesselbahn. Diese bringt uns in zwei Sektionen in die Höhe bis zur Alp Darlux, auf 2283 m gelegen und mit einem prächtigen Panorama!
Wir wandern dem Schneeschuhtrail entlang aufwärts. Bei der ersten Trinkpause entledigen wir uns der warmen Jacken; es ist weniger kalt als gedacht. Die prächtige Bergwelt wird fleissig fotografiert. Gut machen wir erst heute bei strahlend schönem Wetter diese Tour.
Der Pfad steigt weiter auf einem Grat an. Schweisstreibend, manch einer spürt die Jährchen. Doch dann sind wir auf dem Gipfel des Piz Darlux 2642 m! Mit einem Röteli spendiert von Tilly können wir uns gratulieren. Die Aussicht ist grandios; weit im Westen sehe ich den Tödi (Piz Russein). dann all die Bündner Berge um uns und hinter uns den Piz Kesch.
Wir nehmen den nördlichen Abstieg, gleich zu Beginn mit einer sehr steilen Passage, die alle gut meistern. Auch der weitere Abstieg Richtung Alp Darlux ist steil; aber die Schneeschuhe geben bei diesen Schneeverhältnissen guten Halt. Wir überqueren die Skipiste und kommen zurück zur Alp Darlux.
Bei der Zwischenstation Pros da Darlux können wir auf der Terrasse Kaffee, etwas Süsses und die Frühlingssonne geniessen. Dann kehren wir zurück ins Hotel, wo unser Gepäck noch auf uns wartet. Vor 15 Uhr fährt die Bahn in Richtung Toggenburg.
Herzlich Dank Kurt für die Organisation und die umsichtige Leitung dieser Schneeschuhtage. Die Touren waren abwechslungsreich und sehr eindrücklich. Auch die angenehme Atmosphäre im historischen Hotel, das gute Essen und die Gemeinschaft haben wir genossen.
Bericht: Walter Grob
Bilder: Ruedi Flotron, Walter Grob