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Ruine Schenkenberg und Gislifluh

2026-03-12

Wenn Beni in den Aargau einlädt, geht es häufig um das Grösste. So zeigte er uns den grössten Wasserfall des Aargaus – über 5 m Fallhöhe! – am Tag der grössten Regenmenge auf einer Seniorentour im Aargau. Am Donnerstag ging es um die grösste Burgruine des Aargaus. Aber diese Grösste war recht imposant. Der Blick vom Zugangsweg auf die Reste von Turm und mächtiger Wehrmauer wie felsige Zacken eines Bergrates war eindrücklich. Die Burg diente als eine der vielen Burgen, welche die Habsburger um 1200 gebaut haben, als Wohnstätte der Schenken vom Schenkenberg. Schenk, oder Mundschenk war ein prestigeprächtiges und vererbbares Amt für Adlige an einem Fürstenhof und nicht einfach Servierpersonal. Die weitläufige Anlage wird umso beeindruckender, wenn man sich vorstellt, wie die Burg einst ausgesehen haben muss. Über Jahrzehnte und Jahrhunderte ist sie gewachsen. Vor allem Rudolf I., der Enkel des ursprünglichen Erbauers, 1273 zum ersten habsburgischen König gekrönt - nach ihm folgten bis 1918 noch mindesten 45 Kaiser und Könige aus dem Hause Habsburg – hat viel zur Vergrösserung beigetragen. Die Mutter des ältesten, unehelichen Sohns des Königs war eine Adlige von Schenkenberg, und so die Burg diente im Anfang auch dem Sohn Albrecht von Schenkenberg als Wohnstätte.

Nach der Ankunft in Aarau und einem schnellen Kaffee ging es mit dem Bus auf die Staffelegg. Aufgeteilt in eine schnellere und eine gemütlichere Gruppe, diese unter der Leitung von Evi, wanderten wir von dort auf wenig steilen Waldsträsschen in die hügelige Juralandschaft hinein. Am Ende des Waldes fiel der erste Blick auf die Burg, die zuoberst auf einer bewaldeten Kuppe mit ihren Turm- und Mauerresten über die Bäume ragte. Nach kurzem Ab- und Gegenanstieg traten wir durch den Torbau ein und konnten die weitläufige Mauerreste der Burg bewundern. Der Blick ging von hier über das Dorf Thalheim am Fuss der Burg auf unser nächstes Ziel, die Gislifluh und auf den weiteren Weg am Gegenhang dieser südlichsten Jurakette gegen das Aaretal. Nach dem Mittagessen auf der Burg treffen wir die gemütlichere Gruppe im Anstieg. Sie werden, nach einer Einkehr, in Thalheim mit dem Bus zurückfahren. Der Weg ist Dorf ist erstaunlich steinig und erfordert Aufmerksamkeit, aber nach einigen Mäandern durch Thalheim finden wir uns schon wieder auf stark ansteigenden Kies- und Waldsträsschen und erreichen beim Pässlein Gatter die Höhe, wo gleissende Stücke der Aare und das hügelige südliche Aargau zu sehen sind.

Von da führt der Weg über den Grat zur Gislifluh, auf groben Steinen immer steiler werdend zum höchsten Punkt. Das versprochene Alpenpanorama vom Säntis bis zum Chasseral mit dem Herzstück Berner Alpen versteckte sich zwar in den Wolken, trotzdem war die Aussicht übers Aaretal und dem Hallwilersee im Süden, und der Blick nach Norden bis weit nach Deutschland hinein grossartig. Der Weg nach Rupperswil begann wieder mit einem langen Gratweg. Den Blick auf den Boden mit seinen Steinen gerichtet brauchte er unsere volle Konzentration, bis im unteren Teil dann breitere Wege und Waldstrassen folgten. Beim Bahnhof Rupperswil reichte es gerade noch für ein Glace bevor wir den Lokalzug zurück nach Aarau nahmen, erzählt mir Beni. Der Berichterstatter verabschiedete sich aus Gründen der Zeitersparnis von der Gruppe und wählte vom Gatter den direkten Abstieg durch einen schönen Waldweg nach Biberstein und von da der ruhig fliessenden Aare entlang nach Aarau.


Bericht: Hansruedi Rutz

Bilder: Eva Hehli, Regula Bucher

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