2026-02-12
Ruhende Flüssigkeiten, so erklärt es uns die Physik, richten sich immer exakt waagrecht aus. Das gilt für den Kaffee in der Tasse, den Most im Glas, das Wasser im Brunnen…. und im Bodensee!
Wer also auf dem Uferweg von Staad zum Rhyspitz unterwegs ist, geht ausschliesslich horizontal und auch die Fortsetzung entlang dem Alten Rhein bis Rheineck ist alpinistisch keine Herausforderung. Gerade mal ein paar Höhenmeter berechnet SchweizMobil für die ganze Wanderung.
Wer heute dabei ist, kann oder will am Winterangebot des SAC mit Ski- oder Schneeschuhtouren nicht teilnehmen, möchte aber dennoch draussen sein, sich bewegen, mit anderen zusammen gemütlich wandern und das Mittagessen im Restaurant geniessen. Möglich machen dies engagierte, kreative Tourenleiterinnen, die solche kurzen Wanderungen in der Wintersaison anbieten.
Eva Hehli begrüsst um 09.00 Uhr am Bahnhof Staad 12 Seniorinnen und Senioren. Der Wetterbericht verspricht für heute nichts was Freude macht und variiert im Stundentakt. Rein vernunftmässig hätte man diese Wanderung absagen müssen. Aber wer immer nur vernünftig ist, erlebt nichts und kommt zu nichts!
Wir starten mit etwas Sonne die durch Wolkenlöcher dringt und verlassen den Ort Richtung Osten. Bald erreichen wir den Uferweg und kurz danach Altenrhein, beziehungsweise den Flugplatz und die Hallen der Firma Stadler Rail. Ausserhalb des Wohngebietes treffen wir endlich auf Natur: Mächtige alte Weiden und andere, mit Misteln bewachsene Bäume ragen als Silhouetten aus den Schilffeldern empor. Auf einem Damm erreichen wir den Rhyspitz. Der grosse Bootshafen wirkt wie ausgestorben. Im Sommer soll hier Hochbetrieb sein, weiss jemand.
Dem Alten Rhein, und damit der Grenze zu Österreich entlang, gehen wir Richtung Süden. Was auf der Karte ziemlich langweilig aussieht, überrascht uns: Ausgedehnte Schilffelder wechseln sich ab mit Waldgebieten und Bereichen mit Totholz. Ein einzigartiges Naturschutzgebiet. Wir steigen auf einen Beobachtungsturm, entdecken Graureiher und Möwen. Wir sind beeindruckt von der überall sichtbaren Arbeit, die Biber hier leisten.
Kurz vor Rheineck wandern wir zwischen markanten Gegensätzen: Links der Alte Rhein, rechts die Autobahn mit ihrem unangenehmen Rauschen. Aus dem Nichts taucht eine mächtige Betonkonstruktion auf: Die Unterführung zum Bahnhof, ins Städtli und für uns direkt in die Pizzeria mit herzlicher, syrisch-kurdischer Gastfreundschaft und einer feinen Auswahl an Mittagessen. Hier ist unsere Wanderung zu Ende. Und genau in diesem Moment beginnt das Wetter sich an die Vorhersage zu halten: Es windet und regnet heftig!
Herzlichen Dank Eva für deinen mutigen Entscheid und diese interessante Wanderung!
Bericht und Bilder: Ruedi Flotron