2026-02-10
Nein, den 11 erwartungsfeudigen Tourengästen fehlt kein einziger "Eggen", obwohl die geplante Tour mit 3-Eggen vom Wägital nach Niederurnen wegen akutem Schneemangel nicht durchgeführt werden konnte. Einmal mehr sind die oft rassigen und attraktiven Touren von den Niederungen aus und zurück in diesem Winter leider nicht, oder nur selten und zufällig durchführbar. Die Herausforderung für Tourenleitende ist, trotzdem attraktive Touren mit relativ kurzen Anfahrtswegen und guten Schneeverhältnissen zu finden. Wenn es dann noch eine eher unbekannte Tour ist, umso besser. Auf einer Reko-Tour am vorausgegangenen Dienstag fand der Tourenleiter in den Nordhängen des Prättigaus ansprechende Verhältnisse und sogar noch Pulverschnee, während gegenüberliegende Hänge weit hinauf herbstlich braun erschienen.
So traf man sich am Donnerstagmorgen um 7 beim Bahnhof Wattwil, um mit 3 gut gefüllten PW's nach Conters im Prättigau zu fahren, eine fehlende vernünftige Busverbindung Küblis - Conters stand leider einer fortgesetzten ÖV-Reise etwas im Wege. Dort angekommen hatte dann eine Person die erschreckende Erkenntnis, dass sie von ihren 2-Paar Skischuhen zwei Rechtfüsse mitgenommen hatte. Geht gar nicht, kurz entschlossen fuhr die ohnehin überdurchnittlich sportliche Person von einer weiteren begleitet nach Küblis in ein Sportgeschäft um sich ein Paar Skischuhe zu mieten. Während das übrige Gros der Guppe gegen 9 Uhr die Tour gemächlich antritt, holten die Beiden sie schon nach einer guten Stunde, just zur ersten Pause wieder ein. Strahlendes Wetter, angenehme Temperaturen und die immer weiter reichende Aussicht ins nahe Rätikon begleiteten die Gruppe über die mit Stadeln und Maiensässhütten gespickten Hänge, durch den Wald der Grosswiti hinauf zur Conterser Duranna. Im obersten Drittel war noch etwas Spurarbeit im teils tiefen Pulverschnee nötig, die gelegentlich von unheimlichen Wumm-Setzungsgeräuschen begleitet wurde. Die Prognosen von SLF waren eindrücklich zutreffend, Experimente in steilen Nordhängen nicht zu empfehlen. Nach nur vier Stunden erreichten alle glücklich das Glatt Bärgji auf 2255m, wo die herrliche Aussicht nun auch hinüber zu den Erhebungen der Fideriser Heubergen und darüber hinaus reichte. Nach einer ausgedehnten Mittagsrast startete man erwartungsvoll die Abfahrt, die eine breite Spanne an Schneeverhältnissen bot. Angesulzte Hänge, oft feiner Pulver, machmal auch etwas heimtückisch tief oder unverhofft mal gedeckelt, aber immer verbunden mit grossem Spassfaktor. Im Korridor durch die Wildruhezone dann rassig buckelpistenmässig und zum Schluss Frühlingsschnee bis Conters. An einem sonnigen Bord wurden die letzten Vorräte aus dem Rucksack verzehrt und weil das nicht reichte, musste unbedingt noch eine Einkehr im gemütlichen und überaus gastfreundlichen Dorfrestaurant Parsenn sein. Dann trat die aufgestellte und sportliche Truppe um einen schönen Skitag und lustige Erlebnisse reicher wieder den Heimweg an. Vielen Dank an alle für die tolle Kameradschaft und Hilfsbereitschaft, es war mir eine Ehre, euer Tourenleiter zu sein.
Bericht: Sepp Meier
Bilder: Claudia Risch, Christoph Schuler, Sepp Meier