2025-10-09
Vor der Wanderung kehrten 15 SACler im Restaurant Sellamatt zu Kaffee und Gipfeli ein. Dann ging es in stetem Auf und Ab durch lockeren Tannenwald und über Alpweiden auf dem Toggenburger Höhenweg, der auf unserer Strecke Sagenweg heisst, weiter. Wir sind hier schon auf Schneeschuhtouren und auf dem Zwingliweg (von Wildhaus nach Kappel am Albis, Geburtsort und Sterbeort von Zwingli) gewandert. Leider hatte es Hochnebel. Die Gipfel der Churfirsten und des Säntis blieben verhüllt.
Beim Thurtalerstofel kehrten fünf Personen um, weil sie am Nachmittag noch Termine hatten oder weil die ganze Strecke für sie zu anstrengend war. Eine Zehnergruppe wanderte bis zum Wildmannlisloch. Das ist historisch ein ganz wichtiger Ort. Vor 100 Jahren hat Emil Bächler die dortige, etwa 150 m lange Höhle erforscht. Er fand Überreste von etwa 50 ein- bis achtjährigen Höhlenbären, die hier vor 90´000 Jahren jeweils ihren Winterschlaf hielten.
Aus der Zeit vor 30´000-40´000 Jahren fanden sich auch Anzeichen von Menschen, die hier zeitweise lebten. Neandertaler im Toggenburg! Er meinte auch Anzeichen eines Bärenkultes gefunden zu haben, die die alten „Toggenburger“ betrieben haben sollen (er schloss das aus der Anordnung von Höhlenbärenknochen). Forschungen von 1955 durch Elisabeth Schmidt bestätigten die Datierung von Bächler, aber sie sah keine Anzeichen eines Kultes, sie erklärt seltsame Anordnung von Knochen nicht von Menschenhand, sondern natürlich entstanden. Ich weiss nicht, wer recht hat. Ich war nur schon in der Grotte Chauvet in Süd-Frankreich. Dort sind die weltberühmten, eindrücklichen Felsenzeichnungen, die 30´000- 40´000 Jahre alt sind. Bei einem Haufen Knochen steht, dass man ihn nur als kultisches Zeichen verstehen könne.
Übrigens: im Toggenburger Museum in Lichtensteig ist momentan eine kleine, aber eindrückliche Ausstellung über die Ausgrabungen im Wildmannlisloch vor 100 Jahren zu sehen.
Das Gebiet auf der Seluner Alp ist noch aus einem zweiten Grund wichtig. Dort wurde 1844 ein fast nackter, „taubstummer“ Bub gefunden. Ein wildes Findelkind! Man gab ihm den Namen Johannes Seluner (von Alt St.Johann und Selun). Er kam ins Armenhaus nach Alt St. Johann und als er 1850 das Bürgerrrecht von Nesslau erhielt ins dortige Armenhaus. Dort ist er am 20. Oktober 1898 gestorben und auf dem Friedhof von Neu St. Johann bestattet worden.
Herzlichen Dank an Catherine für die schöne Wanderung.
Bericht: Walter Hehli
Bilder: Ruedi Flotron, Eva Hehli