2025-01-23
Laut offiziellem Tourenprogramm ist für die vierte Januarwoche keine Schneeschuhtour vorgesehen. Von zahlreichen Schneeschuhläuferinnen und Schneeschuhläufern auf diese Lücke angesprochen, erklärte sich Paul Frischknecht liebenswerterweise spontan bereit, für den 23. Januar 2025 eine Schneeschuhtour auf den Furnerberg oberhalb Grüsch zu organisieren.
Gemäss Wetterprognose war für Donnerstagvormittag der Durchzug einer Kaltfront, zunehmend trübes und nasses Wetter sowie eine Schneefallgrenze gegen Mittag auf rund 1200 Meter sinkend vorhergesagt. Trotz diesen wenig erbaulichen Aussichten nahm eine Gruppe von 16 wettererprobten Schneeschuhläuferinnen und Schneeschuhläufern diese Herausforderung dennoch an.
Nach rund 1 1/2-stündiger Bahnfahrt ab Wattwil (mehrheitlich in der richtigen reservierten Wagennummer) erreichten wir gegen 09.30 Uhr die Talstation der Bergbahnen Grüsch-Danusa. Ohne Kraftanstrengung beförderten uns die Gondeln von 600 m via Mittelstation bis zur Schwänzelegg auf 1777 m hinauf. Schon ab der Mittelstation liess sich anhand des aufziehenden Nebels und des an den Gondeln rüttelnden Windes erahnen, was uns auf der Schwänzelegg erwartete. So war denn niemand ob des Nebels und Schneefalls überrascht, welche uns auf der Bergstation begrüssten. Dementsprechend willkommen war da der obligate Kaffee mit Gipfeli an der Wärme im Berghaus Schwänzelegg.
Laut Tourenbeschreibung soll die Rundsicht von der Schwänzelegg zu Schesaplana, Sulzfluh und Piz Linard hinüber beeindruckend sein. Allein, heute war davon weder etwas zu erahnen, geschweige denn etwas zu sehen. So nahmen wir den Trail bei Schneefall und Nebel unter die Schneeschuhe. Herrlich, endlich wieder einmal durch Neuschnee spuren zu können; auch verschluckte der Neuschnee jegliches Schneeschuhgeklapper. Die Rundstrecke führte uns durch leicht coupiertes Gelände, und nach etwa einer Stunde erreichten wir das Höhsäss, mit 1824 m den höchsten Punkt des Trails.
Inzwischen hörte es auf zu scheinen, der Nebel lichtete sich, und zum ersten Mal konnten wir die bezaubernde Umgebung mit dem lichten Wald, den Tälchen, Matten und braungebrannten Gaden wahrnehmen. Leider waren die Auflockerungen nicht sehr nachhaltig; Nebel umhüllte uns erneut und entliess uns erst wieder um 13.00 Uhr bei unserem Ausgangspunkt, dem Berghaus Schwänzelegg, dort, wo wir die Mittagsverpflegung mit gutem Appetit genossen.
Zu guter Letzt zeigte sich das Wetter dann noch versöhnlich, so dass wir die Talfahrt ab der Schwänzelegg bei Sonnenschein (und einem Nussgipfel entweder im Bauch oder im Rucksack) antreten konnten, zwar mit etwas müden Beinen, jedoch vollauf zufrieden.
Herzlichen Dank, Paul, für den abwechslungsreichen Schneeschuhtag, und Dankeschön Ruedi, für das Fotografieren unter erschwerten Bedingungen.
Bericht: Adrian Kälin
Bilder: Ruedi Flotron