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Hochalp und Silvesterchläuse

2022-01-13

Werden wir die berühmten Chlausenschuppel wohl schon auf der Hinauffahrt von Urnäsch zum Forstschuppen sehen? Wir haben Glück. Auf einem Bergweg kommt uns eine Gruppe Schön-Wüeschti entgegen, berührend ihr Zäuerlen. Fast alle zücken ihr Handy oder den Fotoapparat. Der Tag beginnt gut. 

Warum eigentlich sind die Chläuse am Dreizehnten unterwegs? Das habe, erklärt Reini, mit Papst Gregor zu tun. Von seinen Astronomen darauf aufmerksam gemacht, dass der julianische Kalender sich um 13 Tage von der astrologischen Zeitrechnung verschoben habe, beschloss er, dies zu berichtigen und führte Ende des 16. Jahrhunderts den gregorianischen Kalender ein. Die Reformierten lehnten ihn anfänglich ab, weil es von den Katholiken kam, am längsten die Ausserrhoder. Der Dreizehnte ist also der Sylvester nach dem alten Kalender. Heute betrüge die Verschiebung zwanzig Tage.

Wir (3 Skifahrerinnen, 2 Skifahrer, 8 Schneeschuhläuferinnen, 7 Schneeschuhläufer) sind früh gestartet, trafen uns schon 08.13 in Urnäsch. So können wir, während wir im Schatten bei guten Schneeverhältnissen aufsteigen, miterleben wie die Sonne erwacht. Zuerst sind es nur die Bergspitzen, die im Lichte scheinen. Aber recht schnell wandern die Schatten dem Tal zu. Es wird immer heller. Auch wir kommen nach etwa einer Stunde in die Sonne. Die Klarsicht ist wunderbar. In der Ferne ist der Feldberg im Schwarzwald zu sehen und im Westen der Weissenstein. Schon nach zwei Stunden sind wir auf dem Grat, die Rundsicht atemberaubend: Säntis, Lütispitz, Stockberg, Leistchamm, Mürtschenstock, Tödi, Glärnisch, Pilatus, Rigi, Mattstock, Speer, usw.

Ein weiterer Höhepunkt: das Besenbeizli auf der Egg ist offen, ein heisses Getränk hoch willkommen.

Bei der Ankunft in Urnäsch treffen wir auf weitere Chläuse, auf Schöne und Wüeschti (die letzteren finde ich ganz schön). Einer sagt: Ich bin schon viele Jahre als Chlaus unterwegs. So einen schönen Tag habe ich noch nie erlebt. Wie wahr! Wir sagen zueinander, wie gut haben wir es doch, an einem so wunderbaren Tag unterwegs sein zu dürfen. Herzlichen Dank, Reini, dass du uns dies ermöglicht hast.

 

Text:                Catherine Lieberherr

Fotos:              Pia Hollenstein und Ruedi Flotron

 

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