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Ringelspitz

2021-08-20

Ringelspitz – Piz Barghis – oder der höchste St. Galler

 

Das Wichtigste vorneweg:

Vielen Dank an Hans Egli für die kompetente Leitung. Danke auch Sepp Meier und Noldi Stieger für die Seilschaftsführung. Stolz auf den höchsten St. Galler sind weiter: Doris Frischknecht, Pius Eberhard, Iris Mettler, Alina Frei, Maria Fritschi, Elisabeth Keller und Bettina Bachmann. Erfreulich, dass es auch mit der Schönwetter-Bestellung geklappt hatte!

 

Samstag, 14. August 2021

Mit einer kostenpflichtigen Fahrbewilligung war es möglich auf den Kunkelspass zu fahren. Dies ersparte am Gipfeltag rund zwei Stunden weiteren Abstieg nach dem bereits sehr langen Abstieg vom Ringelspitz. So verkürzte sich auch der Zustieg zur Ringelspitzhütte auf etwa zwei Stunden. Auf dem Kunkelspass wird der weltbeste Heidelbeerkuchen angepriesen. Den liessen wir uns nicht entgehen! Bei schon fast unheimlicher Wärme erreichten wir die Hütte. Nach so viel Schweissverlust musste natürlich wieder aufgefüllt werden! Das neue Hüttenwart-Paar bewirtete uns vorzüglich, danke Jasmin und Fernando! Zu zehnt übernachteten wir im Zehnerschlag. Es war für einmal unglaublich warm, trotz geöffnetem Fenster und offener Tür!

 

Sonntag, 15. August 2021

Wir genossen unser Frühstück mit frisch gebackenem Zopf um 4.30 Uhr. Eine halbe Stunde später war Abmarsch. Die einen wagten sich kurzärmlig raus, was sich als absolut richtig herausstellte. Im Schein unserer Stirnlampen zogen wir ins Tal Richtung «Sandböden», wobei nach und nach ein Lichtkegel nach dem anderen verlöschte und die Sonne die Berge in zartes, rotes Morgenlicht tauchte. Bei Hans’ Pausenstein gab es selbstverständlich eine Pause! Weiter ging es nun über Geröll und Schneefelder hinauf auf den Südostgrat. Dieser war zuerst sanft zu gehen, wie auf einem Walrücken und verwandelte sich dann stetig, bis man den Eindruck hatte, auf einem gezackten Drachenkamm zu stehen. Genau hier war der Anseilmoment! Ziemlich genau auf der Verschiebung, dieser feinen gelben Linie, ein Dolomit- und Kalkband, welches die Gesteinsschichten trennt. Oben alter Verrucano und unten junger Flysch. Es folgten Kraxeleien und auch Klettereien, immer gut abgesichert mit Bohrhaken und Stand-Möglichkeiten. Unglaublich, aber wahr: Es gibt Leute, die sich versteigen, «gerettet» werden und die dann noch die Frechheit haben, zu drängeln und an den unmöglichsten Stellen die Idee haben, zu überholen! So geschehen am Ringelspitz! Nachdem die Drängelis die hinterste Seilschaft überholt hatten, führte die Spur zwischen dem Vorder Ringel und dem Ringelspitz hindurch auf die Nordseite des Grates. Nun folgte nur noch die Königsseillänge, diejenige, die zum Gipfelkreuz führt. Rund 15 m luftige Kletterei an der Ecke des Gipfelaufbaus, herrlich! Das Fixseil, das da mal drinhing, existiert nicht mehr. Für zwei Seilschaften reichte der Platz oben auf 3247 müM. Abseilen oder abgelassen werden und endlich essen; oberhalb des verbliebenen Gletscherlis.

Weiter führte der Weg durch unwegsames Absturz-Gelände auf die Westseite des Tscheppgrates. Wieder leitete uns die Verschiebungs-Linie, auf welcher der Trampelpfad führte. Kurz vor dem Tschepp (2942 m) kraxelten wir nach Osten in eine wüste Geröllhalde ab. Gefühlt ewig dauerte der Abstieg bis Sandböden und dann nochmals ewig bis zur Ringelspitzhütte. Nach Umpacken und Stärkung in Form von Getränk und leckersten Kuchen, vernichteten wir die Höhenmeter hinab zum Kunkelspass. Wie gut, dass hier zwei fahrbare Untersätze auf uns warteten!