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Heiden-Rorschach

2021-03-25

Treffpunkt ist auf einem abgelegenen Parkplatz im Osten der Stadt St. Gallen, den wir ausnahmsweise mit dem Auto erreichen. Zu zweit flitzen wir mit Trottinetts den Hang hinunter zum Ausgangspunkt der Wanderung. Vergnügt sitzen wir bei einem Schulhaus auf den Stufen, schwatzen und lachen und harren der Dinge die da kommen. Bis mich eine Stimme darauf aufmerksam macht, dass ich mit diesen nüntigen Stoffschlarpen nicht ins Sittertobel hinunter wandern kann. Die Stimme gehört Hanspeter Kalt – tatsächlich, er ist auch dabei. Betreten schaue ich auf meine Füsse – die Wanderschuhe sind im Auto geblieben. Fieberhaft versuche ich nun im Gewühle Agnes zu finden. Sie kann mir sicher sagen, wohin die Gruppe als nächstes geht. Sie verweist mich jedoch an eine Stadtführerin, die mir anhand eines Fotos – nicht auf einem Stadtplan – rudimentär den Weg beschreibt. Ich habe den Eindruck, dass sie keinen grossen Schimmer von der Stadt hat. Bei der Klingenden Kirche würden sie anschliessend in den Bus steigen. Noch nie gehört, obwohl ich in St. Gallen aufgewachsen bin. Je nun – ich werde zum Auto zurückflitzen, die Schuhe wechseln und dann mit Hilfe von Agnes und dem Handy versuchen die Gruppe einzuholen. Erleichtert erwache ich in meinem Bett und bin sehr froh darüber, dass ich die Wanderung in Heiden mit den richtigen Schuhen an den Füssen starten kann.

Nachdem uns Aldo auf dem schönen Biedermeier Dorfplatz mit der Anekdote um die nackte Brunnenfigur Hella und die Klosterfrau erheitert hat, machen wir uns in zwei Gruppen auf den Weg Richtung Hängebrücke, die seit zwei Jahren Grub AR mit Grub SG verbindet. Um ihre Sicherheit zu prüfen, schicken wir Agnes H. alleine hinüber (das stimmt natürlich nicht - sie wollte alleine hinüber gehen…) Die erste Gruppe wagt es dann geschlossen hinterher zu gehen, wobei es einigen ziemlich Sturm im Kopf wird und alle froh sind, unbeschadet das andere Ende erreicht zu haben. Ein kurzer Aufstieg führt uns zum Fünfländerblick. Die Rundumsicht ist faszinierend. Alle erkennen sofort den Bodensee, aber niemand kommt auf fünf Länder, bis uns dann eine kleine Tafel die Lösung offenbart: Schweiz, Vorarlberg, Bayern, Württemberg, Baden…

Sonnenerwärmt, picknickgestärkt und schlaferholt geht’s nun dem Rorschacherberg und dem See entgegen. Ein kleiner Abstecher zum Schloss Wartensee weckt bei einigen Erinnerungen an die Zeit, als es noch eine evangelische Heimstätte war und zum Singen, zu diversen Kursen und Seminaren einlud. Bis zum Bahnhof und See ist es nicht mehr weit. Hier trennen sich unsere Wege. Die einen geniessen noch die schöne Promenade, einige entschliessen sich über Sargans nach Wattwil zu fahren und die andern nehmen den direkten Weg nach Hause. Ein herzliches Dankeschön den beiden Leiterinnen Elsbeth und Evi!

Text:    Marie-Louise Simmen

Fotos:  Ruedi Flotron und Monika Stalder

 

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