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Skitouren Surselva

2021-03-06

Pazolastock und Rossbodenstock, Samstag, 6. März 2021

Mit der Anreise nach Disentis starteten wir am Freitagabend in ein abwechslungsreiches Tourenwochenende in der Surselva. Die Unterkunft im Hostel des neulich erbauten Ferienresorts der Bergbahnen Disentis, Catarina Experience, wusste uns so positiv zu überraschen wie das sonnige Wetter an den kommenden beiden Tagen.

 

Am Samstag ging es nicht ganz so früh los und wir konnten noch das reichliche Frühstücksbuffet geniessen. Um 8.17 Uhr fuhren wir mit der Matterhorn-Gotthardbahn auf den Oberalppass auf 2044 m. Von dort stiegen wir hinauf zum Pazolastock (2739 m), unserem ersten Etappenziel. Bald wurde klar was ein „Modeberg“ bedeutet - Rechtsvortritt und Reissverschlussprinzip beim Kreuzen mit den anderen Gruppen. Ein entsprechend grosses Gewusel herrschte auf dem Gipfel. Für einmal bestaunte man nicht die Bergwelt, sondern die vielen Leute. Über die Martschallücke (2684m) ging es zum Rossbodenstock (2836 m). Dabei mussten für ein kurzes Stück die Skis aufgebunden werden. Vom Rossbodenstock aus konnten wir die Wolkengrenze zwischen des trockenen, schönen Wetters auf unserer Seite und der feuchten Schlechtwetterlage im Tessin beobachten. Nach diesen eindrücklichen Beobachtungen und des von Hanspeter erklärten Gipfelpanoramas folgte die lange Abfahrt nach Andermatt. Die guten Verhältnisse wurden bei einem kleinen Steh-Apéro auf dem Bahnhofsplatz Revue passiert. Während der Rückfahrt mit dem Zug wurde noch einmal das Bergpanorama genossen und das Ziel vom nächsten Tag, der Piz Gannaretsch, begutachtet. Mit Saunabesuch und gemütlichem Nachtessen in der Resort eigenen Pizzeria liessen wir den Tourentag ausklingen.

 

 

Piz Gannaretsch, Sonntag, 7. März 2021

Um 7:45 Uhr, nach einem grosszügigen Frühstücksbuffet, standen wir neun BergsteigerInnen bereit, und konnten unsere Ausrüstung in einen Bus der Furger Taxi einladen. Der ältere, freundliche Chauffeur reichte uns eine Box mit grossen Schoggi – Ostereiern nach hinten zur freien Verfügung.

Bei der Staumauer vom Lai da Sontga Maria an der Lukmanier-Passtrasse auf 1916 m Höhe liefen wir ab um 8:20 Uhr. Eindrücklich die Eisblöcke verteilt am Ufer des halbvollen Stausees zu sehen. Der hat wohl eine undichte Stelle??

Wir waren froh um die Harscheisen, welche Tourenleiter Hanspeter Kalt wohlweislich angeordnet hatte. Die Querung ca. 300 m entlang des Stausees war hart und recht steil. Bald ging es in die Höhe und an die Sonne. In angenehmem Tempo zogen wir „opsi“, allein mit unserem Ziel.

Etwa um 13 Uhr erreichten wir die Fuorcla Gannaretsch 2862 m. Dort zogen es zwei Kolleginnen vor an der Sonne zu warten. Die übrigen GipfelaspirantInnen stiegen mit den Skiern die Flanke hoch, machten bald ein Depot. Das Angebot der Seilsicherung wollte niemand in Anspruch nehmen, und so stapften wir ohne Seil den etwas vereisten, felsdurchsetzten Grat hoch. Einige Tritte schlug Hanspeter mit dem Pickel, womit er dieses Werkzeug nicht vergebens mitgetragen hat. Etwa um 13:15 Uhr erreichten wir den Gipfel, 3040 m. Es ist der höchste Gipfel zwischen Gotthard und Lukmanier, dementsprechend ist die Aussicht.

Das Zurücksteigen zum Skidepot erforderte unsere volle Aufmerksamkeit und wir waren froh um die guten Tritte. Um 14 Uhr ging es dann los mit der Abfahrt: Meistens ca. 10 cm Pulverschnee über harter Unterlage. Eine knifflige kurze Querung bei einem Steilhang brauchte etwas mehr Zeit, weil es gerade auch noch mit einer ca. 2 m kurzen Stufe „opsi“ verbunden war. Wer mit kontrolliertem Tempo die Stelle befuhr, brauchte nicht mal «hochzutäppelen». Etwas unterhalb der Staumauer vom Lai Nalps kamen wir bei gut fahrbarem Nassschnee in die Werkstrasse der Kraftwerkbetreiber. Die gut 3 km brachten wir energiesparend hinter uns. Fast wäre die Tour noch in eine Höhlentour ausgeartet. Nach der Brücke über den Rein da Nalps standen wir vor einem grossen Tor, welches einen Tunnel abschloss. Eine Türe war aber offen, und wir tappten ca. 200 m im Dunkeln zum Ausgang. Dort standen ganz herrliche Stalagmiten aus glasklarem Eis, der grösste etwa ein Meter hoch. Sie wurden vielfach fotografiert, siehe Fotos auf der Homepage.

Über die Wiesen bei Surrein kurvten wir zur Brücke über den Rhein bei 1354 m, gut 1500 Höhenmeter genussvolles Skifahren hinter uns! Kaum hatten wir unsere Sachen reisefertig zusammengepackt, kam das Furger Taxi, gleicher Bus, gleicher Chauffeur, gleiche Box mit Schoggi-Ostereier.

Das Studium der Fahrplanmöglichkeiten ergab, dass wir gerade eine gute Verbindung schaffen könnten, wenn uns der Chauffeur nicht nur bis zum Hotel, sondern auch bis zum Bahnhof Disentis fahren würde. Hopp an Reception, das deponierte Gepäck holen, hopp zum Bahnhof… und 10 Min. später konnten wir im Zug die Erinnerungen mit den Fotos aufleben lassen, und waren ca. 20 Uhr zu Hause.

Hanspeter, grosses DANKESCHÖN für Deine kompetente Führung auf die beiden tollen alpinen Gipfel in Deiner Ferien-Wahlheimat.

 

 

Tourenleitung: Hanspeter Kalt.

TeilnehmerInnen: Carmen, Heidi, Judith, Laura (Sa), Pia, Romana, Daniel, Nik, Peter (Sa), Reini (So).

Bericht: Carmen und Reini

Fotos: Verschiedene

Fotogalerie: