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SST Regelstein

2021-02-11

 Mit Verlusten muss man rechnen, heisst es. Speziell ist es aber, wenn die Gruppe kurz nach Wanderbeginn den Wanderleiter abschreiben muss. Dieser hatte sein Gewicht unterschätzt und sich vertrauensvoll auf die Eisschicht eines betonierten Miststockes begeben. Schwupps machte es. Bis zu den Hüften fiel er zum Glück nicht in die Gülle, sondern ins eiskalte Wasser hinein. Bei unter Null ist es nicht angezeigt, den Tag in nassen Hosen zu verbringen und so musste er die Gruppe wohl oder übel im Stich lassen und den Heimweg antreten. Die Gruppe zeigte sich flexibel und machte sich ohne ihren wegkundigen Leiter auf den Weg. Wird sie ihr Ziel erreichen? 

  Es schneite sacht. Weil es stetig aufwärts ging Richtung Wissboden, oberes Hüttenbüel, verstummten schon bald die Gespräche. Nur das Knirschen der Schneeschuhe war zu hören. In der Nacht hatte es geschneit, die Hänge, die Bäume waren schneebedeckt, der Himmel wolkenverhangen. Das alles verzauberte die Landschaft; es herrschte eine traumhafte Stimmung.  Für ein paar Sekunden gab es ein Wolkenloch und der Speer wurde sichtbar – wie schön! 

  Nach anderthalb Stunden erster Trinkhalt. Als wir aufbrechen wollten, ertönte eine bekannte Stimme. Unser Wanderleiter war wieder da. Er hatte zu Hause seine Hosen mit den steif gefrorenen Hosenbeinen ausgetauscht, sich dann von einem Freund zum Schönenberg-Schulhaus chauffieren lassen und war uns dann nachgeeilt. So musste die Frage, ob die Gruppe ohne Wanderleiter ihr Ziel erreicht hätte oder nicht, offenbleiben. Natürlich freuten wir uns sehr, Ruedi wieder unter uns zu haben.

  Weiter ging es hinauf zum Regelstein, dann zur Egg hinunter. Dort ein letzter Trinkhalt. Jemand ging mit einer Büchse herum. Mmmh, sagte jemand voller Freude, bestimmt sind Agnes-Weihnachtsguetzli drin. Nein, lachte der Büchsenträger, es ist die Fünfliber-Sammelbox.

  Es ging dann weiter abwärts Ricken zu, wo alle wohlbehalten ankamen. Ruedi, es war ein wunderschöner Tag – herzlichen Dank!

 

Text:    Catherine Lieberherr

Fotos:  Ruedi Flotron

 

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