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Wanderwoche im Jura

2020-08-21

 

Tourenleiter:

Monika Stalder und Ruedi Flotron (Hauptleitung)

Eva Hehli, Elisabeth Künzle, Beni Bachmann und Agnes Heuberger

Freitag, 21. August

Alles gepackt? Nichts vergessen? Strom abgestellt?

Dann kann’s ja losgehen! In diesem Jahr führen wir unsere Wanderwoche mit dem Carunternehmen Pfister Reisen durch. Die öV im Juragebiet sind eben noch ausbaufähig.

Tröpfchenweise erscheinen die Teilnehmer mit ihrem Gepäck auf dem Bahnhofplatz in Wattwil. Der freundliche Buschauffeur Michèl verstaut alles im Gepäckraum des Cars. Schon vor der offiziell abgemachten Abfahrtszeit (da wir Senioren ja sehr zuverlässig sind!) machen wir uns auf den Weg. Nachdem in Bütschwil und Wil noch die restlichen Personen aufgeladen worden sind, geht es flott Richtung Westschweiz. Ein Kafihalt in Lupfig (schon mal gehört?) unterbricht unsere Reise nach Rüttenen. Dort heisst es aussteigen und zu Fuss durch die Verenaschlucht wandern. In Solothurn haben wir Zeit, das schmucke Städtchen anzuschauen, bevor wir überpünktlich nach Murten reisen.

Vor dem Hotel Murtenhof und Krone wartet schon die Belegschaft, die für unser Gepäck verantwortlich ist. Unterdessen macht uns der Hotelchef mit den Gepflogenheiten bekannt.

Wie jeden Abend orientieren uns die Tourenleiter über den morgigen Tag. Heute gibt es sogar noch einen Apero, bevor wir zum feinen Abendessen starten.

Was dann aber viel später noch passiert, gehört fast in die Rubrik „Hotelkuriositäten“. Einer unserer Teilnehmer kommt erst spät abends in Murten an, erhält seine Zimmerkarte und schlüpft todmüde ins Bett. Um ein Uhr nachts wird er unsanft geweckt, da ein Pärchen sein Zimmer beziehen will. Zum Glück ist der Hotelier noch präsent und kann den doppelt gebuchten Wirrwarr auflösen!

 

Samstag, 22. August

Mit dem Bus fahren wir alle Richtung Biel. Dort steigt die Gruppe A aus und absolviert von hier aus ihre 5 ½ stündige Wanderung:

Wir steigen direkt auf den teils in Fels gehauenen Weg die enge, spektakuläre Taubenlochschlucht hinauf. Bei Frinvillier steigt der Weg weiter an durch Wälder, um dann allmählich auf der Höhe abzuflachen. Es breitet sich vor unseren Augen eine schöne Aussicht auf das Mittelland aus.

In Magglingen durchqueren wir die ausgedehnten Sportanlagen und nehmen auf diesem Areal unser Mittags – Picknick ein. Während dem Aufstieg fallen immer wieder leichte Regenschauer, was nach der gestrigen Hitze als recht angenehm empfunden wird. Der weitere Verlauf der Wanderung ist mit jener der Gruppe B identisch, die wir in Twann wieder treffen. Es ist für uns eine lange, aber sehr schöne Wanderung gewesen durch Schluchten und über liebliche Jura- Weiden und – Wälder. (Walter Grob)

Die Gruppe B fährt weiter bis Magglingen. Vorbei an den Sportanlagen gelangen wir nach Hohmatt. Gestärkt mit Kaffee und Gipfeli geht’s weiter bis Twannberg und dann zur Twannbergschlucht. Heute hat sich Petrus vorgenommen, die SACler zu testen: Haben alle ihren Regenschutz, Pellerine oder Schirm mitgenommen? Auf jeden Fall dauert es ziemlich lange, bis wir alle vom „Schirm auf, Schirm zu!“ „Jacke an, Jacke aus!“ zur normalen Bekleidung übergehen können.

Im speziellen Lädeli vor dem Einstieg in die Schlucht schnuppern wir in den vielen Gestellen mit Steinen und Glasbläserprodukten. Eindrücklich ist dann der Weg durch die Schlucht. Ein bisschen rutschig aber gut begehbar bewundern wir die massiven Felstürme und erahnen die Gewalt des Wassers, das sich hier in  Jahrtausenden den Weg gebahnt hat. In Twann trifft dann auch die zweite Gruppe ein und so geht’s per Bus wieder zurück nach Murten.

 

Sonntag, 23. August

Schon die beiden letzten Tage haben wir von weitem den imposanten Turm auf dem Chasseral erblicken können. Heute nun ist es soweit: In vielen Kehren schlängelt sich der Weg auf diesen bekannten Berg und Michèl verlangt von seinem Bus alles ab. Aber die Sonne scheint den Befehl noch nicht erhalten zu haben, sich hier bemerkbar zu machen. Dichter Nebel, ein zügiger Wind und nur 13 Grad empfangen uns da oben. Deshalb machen wir uns schleunigst auf den Weg Richtung Métairie d‘ Aarberg. Mit gebührendem Abstand wandern beide Gruppen über den Kamm auf einem recht steinigen, ruppigen Weg. Volle Konzentration ist hier angesagt. Später queren wir Alpweiden und bewundern einen geheimnisvollen Baumstrunk. Bald erreichen wir das Beizli, als die erste Gruppe sich gerade davonmacht. Sehr unterhaltsam ist die Beobachtung der Serviertochter, die ihre liebe Mühe mit der Gesamtrechnung hat und uns ein paar Franken „schenkt“.

Die Gruppe B zieht nun weiter nach Villiers, mehrheitlich abwärts. Wir avisieren den Car und so können wir von der Bushaltestelle „Centre“ zum Chasseral zurückfahren. Unterdessen ist die Gruppe A ebenfalls dort eingetroffen und wir geniessen die herrliche Aussicht, da der Nebel unterdessen verschwunden ist.

Gruppe A: Durst gestillt, Rucksäcke geschultert, kommt uns in der "Metairie d'Aarburg" (1265 müM) die andere Gruppe entgegen. Als ich die umsichtige Wanderleiterin, Elisabeth Künzle, frage, ob wir den vor uns liegenden Kiesweg begehen werden, sagt sie nur: Ihr kommt noch auf die Welt! Und tatsächlich, sie hat nicht übertrieben. Der Weg führt gut 200 m steil abwärts auf einem steinigen, mit Blättern bedeckten Weg durch den Wald. Achtung Wurzeln! Zum Glück ist es trocken. Unten angekommen, sind, dank unserer maximalen Konzentration, alle Glieder heil geblieben. Nun haben wir den Zmittag verdient und geniessen ihn am kühlen Platz im ausgetrockneten Bachbett im "Reserve de la Combe Biosse". Ab jetzt führt uns Beni Bachman kompetent auf leicht ansteigendem Weg durch waldiges Gelände, das uns wohltuenden Schatten spendet. Bald erreichen wir die Alpweiden, auf denen Kühe verschiedener Rassen ruhig vor sich her kauen. Noch ein letzter Effort und wir stehen, nach einer steilen Passage auf dem Chasseral (1557 müM). Die Sicht ist fantastisch, rechts die drei Seen, eingebettet in den fruchtbaren Feldern und Äckern des Seelandes und in der Ferne, stark verschwommen zwar, die Berner und Wadtländer Bergriesen. Auf der anderen Seite des Rückens bewaldete Felskämme, Alpweiden und weit unten das schon im Schatten liegende St.Imier. Der Wind bläst heftig und der Parkplatz ist voll, aber das stecken wir weg bei so einer überwältigenden Rundsicht. Gesamte Wanderzeit: ca. 4h 20 min / Auf-Abstiege 700m. (Felice Bosshard)

Montag, 24. August

Heute ist die Gruppe B mit öV unterwegs. Wir reisen mit Zug und Bus nach Ulmiz und wandern von dort durch den Galmwald nach Gurmels. Dieser Wald ist etwas ganz Besonderes: Es ist ein Wald im Eigentum des Staates Freiburg, eine eigene geographische Gemeinde ohne Einwohner. 300 jährige Eichen und eine Unzahl von verschiedenen Baum- und Straucharten, vor allem Buchen, sind hier zu entdecken. Ab dem 14. Jahrhundert wurde dieser Wald durch übermässige Holznutzung und Waldweide mit Schweinen beinahe zerstört. Im Jahre 1713 wurden auf einer grösseren Fläche Trauben-Eichen angepflanzt, von denen eine beträchtliche Zahl noch heute steht. Vorbei an der Galmhütte, der Forsthütte, dem Ort Liebistorf erreichen wir Gurmels, wo wir im Bistro „brennendes Herz“ unsere Wanderung krönen.

Gruppe A: Unser Chauffeur Michèl fährt uns bis Noiraigue. Schon kurz vorher können wir von einem Aussichtspunkt einen Blick auf die Felsformationen des Creux du Van werfen. Bei der „Ferme Robert“ beginnt der ein wenig steile, aber schöne Aufstieg. Auf halbem Weg sind 6 jüngere Steinböcke am Äsen. Sie lassen sich durch uns Wanderer überhaupt nicht stören. Wir können sie in Ruhe fotografieren.   Oben angekommen erblicken wir die atemberaubende Felskulisse des Creux du Van. Die ca. 200 Meter in die Tiefe ragenden Kalkfelsen bilden einen Halbkreis um eine ursprüngliche Landschaft. Dieser Anblick lässt sich kaum beschreiben! Nach dem Picknick wandern wir auf der andern Seite talabwärts; d.h. wir umrunden den Felskessel. Nach dem kurvenreichen Abstieg gibt´s in Oeuillons - einem kleinen Tierasyl mit einem Kiosk - Kaffee und Glaces zur Stärkung.  In Noiraigue wartet Michèl mit dem Car.  Die heutige Wanderung war für mich die „Königsetappe“.  (Jacqueline Hermann)

Dienstag, 25. August

Gruppe A: Wie immer fährt uns Michèl unaufgeregt und sicher via Neuchâtel und La Chaux de Fonds nach St. Imier. Zwischen dem Firmengebäude der Longines hindurch führt unser Weg anfänglich sanft ansteigend durch die atemberaubende Schlucht Combe Grède. Bald besteigen wir drei Metallleitern, die alle Teilnehmer problemlos meistern. Nun wird der Weg durch die wildromantische Landschaft immer steiler und anspuchsvoller, bis wir schliesslich la Corne, ein Plateau mit einem traumhaften Ausblick, erreichen. Für mich war dies der schönste und abwechslungsreichste Aufstieg der ganzen Woche. Nach der Mittagsrast nehmen wir den Abstieg über Wiesen und Wälder nach St. Imier unter die Füsse. Unser Chauffeur fährt als Zugabe nochmals zusammen mit der B-Gruppe über den Chasseral, der sich mit einem tollen Alpenpanorama präsentiert. Ein rundum gelungener Tag. (Peter Stäheli)

Die Gruppe B steigt am gleichen Ort aus und begibt sich zielstrebig zur „Mont Soleil - Bahn“ Leider fährt der Kurs um 9.35 Uhr nur am Wochenende, so dass wir mit einer halbstündigen Verspätung rechnen müssen. Nach einer Viertelstunde trifft aber der Angestellte ein und unternimmt mit uns eine Extrafahrt. Zügig nehmen wir die ersten Höhenmeter im Aufstieg unter die Füsse. Internationale Bekanntheit erlangte der Mont Soleil wegen seiner Photovoltaikanlage. Auf einem 20'000 m² grossen Feld wurde 1992 das damals grösste photovoltaische Sonnenkraftwerk Europas zu Forschungs- und Demonstrationszwecken errichtet. Ins Auge stechen natürlich die vielen Windräder, die zum grössten Windpark der Schweiz gehören. Sie begleiten uns während der Wanderung bis zum Mont Crosin. Von hier aus geht‘s bergab Richtung Tramelan, auf interessanten Wegen über Wiesen und durch Wälder. Pünktlich steht auch der Bus schon bereit, der mit uns nach St. Imier zurückfährt.

Mittwoch, 26. August

Über La Chaux de Fonds reisen wir nach Les Brenets. Eine kurze Schifffahrt auf dem kurvenreichen Doubs geniessen alle und staunen über die Felsen rechts und links des Flusses. Hier hat sich das Wasser in Jahrtausenden durchgefressen und windet sich in vielen Schleifen durch die Gegend. Der Wasserspiegel liegt 6.5 m unter dem normalen Stand. Zu Fuss geht’s dann zum Wasserfall. Die paar hundert Meter sind ein bisschen trostlos. Der Doubs führt hier keinen Tropfen Wasser und natürlich ist auch der Wasserfall völlig trocken. Ein paar Teilnehmerinnen mit Fuss-, Knie- und anderen Problemen fahren mit dem Schiff wieder zurück, steigen in den Bus ein und holen die andern in "Roches de Moron" ab. Dass der Chauffeur dabei dank des GPS ein Fahrverbot übersah, hat ja niemand gesehen!

Fussgänger: Ein schöner Wanderweg führt vom Saut du Doubs am Lac de Moron entlang. Am linken Ufer liegt Frankreich. Nach einer guten Stunde erreichen wir die Staumauer. Ein steiler Pfad führt uns wieder runter an den Doubs, ein schöner Platz für unser Picknick. Von jetzt an geht es nur noch rauf. Durch einen schönen Wald mit moosbewachsenen Bäumen und Steinen erreichen wir schliesslich unser Ziel, Roches de Moron. Von dort gibt es nochmals eine wunderschöne Aussicht auf den Doubs. Im Restaurant geniessen wir unseren wohlverdienten Coupe. Wie immer diese Woche, bringt uns Michèl wieder wohlbehalten nach Murten. (Sandra Tschudi)

Donnerstag, 27. August

Am Morgen um 7.30 Uhr steht der Bus vor dem Hotel. Das Gepäck wird platzsparend und „aussteigeorientiert“ eingeladen. Und schon heisst es vom hübschen Örtchen Murten Abschied zu nehmen. Aber heute geht es nicht direkt nach Hause, sondern wir fahren noch nach Noiraigue. Dort steigen wir aus und machen uns auf durch die Areuse-Schlucht nach Boudry. Der Car erwartet uns dort unten. Aber was ist nur los? Däumchendrehend warten der Chauffeur und die beiden Mitreisenden auf die SAC Truppe.

Unser Leiterteam Monika und Ruedi wollen es heute genau wissen: Da führt doch auf der linken Seite des Flusses ebenfalls ein Weg hinunter! Also versuchen wir es doch! Nach gemütlichem Einstieg können wir unsere Kletter- und andere Fähigkeiten unter Beweis stellen. Auf und ab über schmale Weglein mit phänomenaler Direktsicht nach unten meistern alle dieses Stück. Das Fazit dieser ganzen Geschichte: Unsere Gruppe ist einfach nicht zu überbieten. Alle helfen einander, unterstützen sich gegenseitig und zeigen so ihre Sozialkompetenz.

Noch ist die Schlucht aber nicht gemeistert und sie will und will nicht aufhören. Dabei richten sich unsere Blicke in die Tiefe, zu den zahlreichen Wasserfällen und zur andern Talseite, wo tolle Steinformationen uns beeindrucken. Aber schliesslich erreichen wir unseren Bus, steigen befriedigt ein und fahren mit einem Zwischenhalt in Kemptthal wieder Richtung Toggenburg.

Eine abwechslungsreiche Wanderwoche liegt hinter uns. Die Gruppe A legte 80 km zurück und überwand im Aufstieg 3500 m. Die Gruppe B brachte es auf 70 km mit 1750 Höhenmetern. Wir lernten einen Teil des Juras kennen, konnten unsere Kameradschaft pflegen, das schmucke Städtchen Murten geniessen und das Hotel trug auch seinen Teil dazu bei.

Mit dem Chauffeur Michèl haben wir das grosse Los gezogen. Er brachte uns sicher an jeden Ausgangspunkt und holte uns pünktlich wieder am Ziel ab.

Natürlich hat auch das Wetter eine Rolle gespielt, das uns fast jeden Tag mit Sonne verwöhnte.

Unser Leiterteam tat das Ihrige und so bleibt mir nichts anderes übrig als iNaTuT ein riesiges Dankeschön an alle auszusprechen.

Wir sehen uns wieder vom 20. – 27. August 2021 in Adelboden.

 

Text:          Agnes Heuberger, mit Unterstützung von Walter Grob, Felice Bosshard, Jacqueline Hermann, Peter Stäheli und Sandra Tschudi

Fotos:         Ruedi Flotron, Eva Hehli, Monika Stalder und Köbi Künzle

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