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Krinau - Libingen

2016-08-25

Woher kommen die Babys? Was diese Frage mit den SAC-Senioren zu tun haben mag, fragen Sie sich nun bestimmt. Die Antwort ist einfach: Es ist schon fast Tradition, dass Ida Halbtageswanderungen mit einem kulturellen Anlass verbindet. An diesem Augusttag war das Hebammenmuseum mit Führung von Luzia Brand angesagt und die Antwort auf diese Frage erhielt Luzia Brand als Kind von einem Mitschüler und zwar kämen diese aus dem Hebammenköfferchen ihrer Mutter und diese verteile ihre Babys nicht immer gerecht. Luzia Brand wusste es besser, versammelte ein ganzes Rudel Kinder um sich und erklärte ihnen, wie Kinder auf die Welt kommen, was bei den Mütter einen Aufruhr hervorrief.

Mehr zum Museum später. Zuerst ist Wandern angesagt. Von Krinau aus geht es fast 300 Höhenmeter hinauf zum unteren Älpli und da die Sonne recht heiss brennt, kommen wir (14 Wandersleute) ganz schön ins Schwitzen. Im Älpli kehren wir  ein und bestaunen dabei die Aussicht hinunter ins bekannte Tal, hinüber zu den Bergen. Anschliessend wandern wir weiter Libingen zu. Wir sind nicht allein unterwegs: Hunderte von Rauchschwalben sitzen auf Telefonleitungen oder fliegen hin und her. Machen sie sich schon bereit für den Flug in den Süden?  Im Tobel vor Libingen begegnen wir Kindern mit dem Schulthek auf dem Rücken; sie befinden sich auf ihrem alltäglichen Schulweg!

Nach dem Mittagessen (Picknick, Trink- und Kaffeehalt im Rössli) geht es zu den Museen in der Rösslischüür gleich nebenan.  Sie lesen richtig: Museum in der Mehrzahl, denn auch Josef Brand’s Kuhglockenmuseum ist dort beheimatet und wir staunen über die Vielfalt an Glocken mit ihren meist schön verzierten Riemen aus der näheren und weiteren Umgebung, aber auch aus aller Welt: Glocken aus Zinn und Kupfer, aus Holz und eine ganz moderne aus Aluminium. Und die Kommentare dazu! Josef redet sich in Eifer, berichtet Interessantes über Herstellung, Verbreitung und Geschichte der Glocken. Zum letzteren: In der Wüste Sahara, damals noch grün, sind etwa 6000 Jahr alte Felszeichnungen mit Glocken zu sehen. Auch über Sitten und Bräuche weiss er vieles zu erzählen. Wussten Sie, dass es nicht nur einen Röschti-, sondern auch einen Kuhglockengraben gibt? Und dies in der Ostschweiz! Interessiert? Jeden zweiten Sonntag von 13.00 – 17.00 Uhr oder auf Anfrage (siehe im Telefon-Buch unter Brand) ist die Schüür zu besichtigen.

Zurück zum Hebammenköfferchen. Auch ohne Baby war das Mädchen Luzia vom Inhalt fasziniert: weisse Schürze, steril verpackte Watte, Nabelbinde, Absaugungskatheder,  Waage und vieles mehr. Besonders beeindruckt war die Schreiberin von einer relativ kleinen Blechbüchse, die sich als Ofen entpuppte, in der die Hebamme ihre Utensilien sterilisieren konnte. In drei Minuten brodelte es, erzählt Luzia Brand.  Wie einfallsreich, geschickt und sparsam im Umgang mit Raum und Material die Menschen damals waren!

Luzia Brand trat später in die Stapfen von Mutter und Grossmutter, übte 53 Jahre lang ihren Beruf mit Freude aus und war bei über 6000 Kindern beim Eintritt in unsere Welt beteiligt. Für sie ist jede Geburt ein Wunder des Lebens. Wie wahr!

Unser allerherzlichster Dank geht an Ida und Helen für diesen tollen Erlebnis-Tag!

 

Text:      Catherine Lieberherr

Fotos:     Eva Hehli