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Sardonahütte

2016-06-28

1. Tag Sardonahütte

Das Postauto führt uns von Ragaz durch das Calancatal bis auf die kühn zwischen die steilen Felswände gespannte Gigerwald Staumauer. Durch Galerien und feucht tropfende Tunnels geht es bis nach St. Martin am hinteren Ende des Stausees. Im kleinen Walser Dörfchen mit der hübschen Kapelle stärken wir uns mit Kaffee und Aprikosenwähe für den eigentlichen Aufstieg. Gleich hinter dem Restaurant geht die multifunktionale Route steil hinauf, je nach Witterung dient sie offensichtlich als Weg oder als Bachbett. Schon weit über dem Tal kommen wir an dem mit drei Kreuzen markierten alten Walser Friedhof und der mächtigen, rund dreihundertjährigen Rekordtanne vorbei. Nach und nach wird das Gelände weniger steil und die ausgedehnte Malanseralp breitet sich aus. Immer wieder müssen wir von Grasbüschel zu Grasbüschel hüpfend sumpfige Stellen überwinden oder auf halb überfluteten Steinen über vom Schmelzwasser angeschwollene Bäche balancieren.

Nach einer längeren Strecke, die angenehm wieder leicht abwärts führt, nehmen wir auf der Sardonaalp nochmals einen Schluck – zu den lüpfigen Klängen von Alinas Akkordeon, der jungen Tochter der Südtiroler Wirtefamilie. Der abschliessende Weg liegt nun deutlich sichtbar vor uns. Erst mässig steigend über die ausgedehnte Alp bis in den Talgrund und dann steil hinauf auf den Felssporn, wo schon lange sichtbar die Hütte thront. Hier zieht sich die Gruppe weit auseinander. Die Vordersten haben schon ihr verdientes erstes Bier genossen bis die letzten eintreffen. Doch spätestens beim feinen Znacht in der sehr schön an- und ausgebauten Hütte sind wir alle wieder gemütlich zusammen.

 

2. Tag Plattenseelein

In der Nacht hatten immer wieder Windböen am neuen Schindeldach gezerrt und am Morgen hängen tiefe Wolken über dem Trinserhorn. Doch der Wetterbericht ist nicht schlecht und so entschliesst sich ein Fünfertrüppchen unter der Leitung von Christoph Gressbach, den Weg über die oberste Terrasse gleich unter dem Grat zum Weisstannental anzugehen. Die restlichen vierzehn der Gruppe werden später mit Agnes gemütlich absteigen und das Strässchen durch das Tal hinaus nach St. Martin wandern, wo wir uns wieder treffen wollen.

Unser Weg geht von der Hütte weit ins Tälchen hinein, das vom Sardonagletscher herabzieht. Häufig haben wir teils ausgedehnte Schneefelder zu queren, zuerst noch hart, doch zunehmend immer aufgeweichter, aber immer gut begehbar. Nach einem etwas steileren Aufstieg auf die wellige Hochebene geht es immer wieder auf und ab knapp unter 2‘400 Metern zum noch halb zugefrorenen Plattenseeli. Der Blick schweift weit über das ganze Calfeisental, tief unten glänzt mit einzeln hell beleuchteten Stellen der Gigerwaldsees wie ein Fjord zwischen den Felswänden. Mächtige weise Wolkenburgen lassen der Sonne häufig grosse Löcher, Ringelspitz und Trinserhorn können aber ihre Gipfel nie aus den Wolken befreien und auch der Piz Sardona zieht sich bald einmal eine Kappe über.

An einer Steilstufe ist der Weg durch ein steiles Schneefeld überdeckt und ohne entsprechende Ausrüstung können wir weder die Felsen noch die Schneehänge gefahrlos bezwingen. So kehren wir um und wählen den direkten Weg hinunter auf die Plattenalp, wo wir vom Obersäss schliesslich auch auf das Strässchen nach St. Martin stossen und dort im Restaurant unser Kameraden wieder antreffen.

Während die andern sich schon für die letzte Etappe längs des Stausees bereit machen, können wir in Ruhe unseren Eiskaffee fertig geniessen und dann mit Christophs Auto die letzte Asphaltetappe abkürzen. Danke Christoph für die sehr schöne Zusatzschlaufe und dir Agnes für die Führung an eurem „Zindelspitztag“ und das Kennenlernen eurer schönen Hütte.

Text:    Hansruedi Rutz

Fotos:  Eva Hehli und Sophia Graf