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SST Tanzboden

2016-01-14

Wenn Senioren-Engel wandern… ist alles, wie es sein soll. Am Vortag fällt endlich der längst erwartete Schnee, gefolgt von Ruedis Mail: „Juhui, wir gehen mit den Schneeschuhen!“ Als dann am Morgen sogar noch die Sonne durchdrückt und die Winterlandschaft ins rechte Licht rückt, freuen sich alle, dass sie zu den Glücklichen gehören, die am heutigen Tag einfach wandern gehen können.

Hinter dem Bahnhof Ebnat–Kappel steigen wir zügig in die Höhe. Schon nach 20 Minuten ruft Ruedi: „Zwiebelhalt“. Seinem Namen „Schwi(t)zer“ gerecht werdend, läuft er im kurzärmligen T-Shirt weiter, wir andern begnügen uns mit dem Ausziehen der obersten Schicht, denn mehr als Null Grad ist es sicher nicht.  Unser Wanderleiter wählt die Route dem Skilift entlang, da es im Wald noch etwas zu wenig Schnee hat. Immer wieder bleiben wir stehen, um einen Blick auf unsere tief verschneiten Hausberge und den weissen Talgrund zu werfen und erfreuen uns an den überzuckerten Tannen in der Nähe und dem zartblauen Himmelsstreifen in der Ferne.

Die einen frieren oder schwitzen etwas mehr, die andern weniger. Es komme halt aufs Fett drauf an, meint einer, was Ruedi zum sinnigen Spruch „Ein Mann ohne Bauch ist wie eine Nacht ohne Sterne“  inspiriert. Wir Frauen meinen, es müsste doch sicher heissen: „Ein Mann ohne Frau ist wie eine Nacht ohne Sterne“!  - Frohgelaunt erreichen wir zusammen mit den ersten Schneeflocken der angekündigten Störung den Tanzboden und stärken uns mit einer schmackhaften Suppe und feinen Fruchtfladen.

Durch tiefen Pulverschnee „speeden“ wir nun praktisch in der Falllinie über Abschlagen Richtung Ebnat-Kappel hinunter. Ganz ohne Pannen läuft es jedoch nicht ab, die einen kriegen den Krampf, die andern verlieren Bändel, einer klagt über Stotzen und jemand liegt bäuchlings im Schnee  -  aber immer sind schnell hilfsbereite Geister zur Stelle.

Hoch über dem Dorf zweigt Ruedi plötzlich zu einem schmucken Haus ab und klingelt. Mit seinem unwiderstehlichen Charme bringt er es fertig, dass die ganze Gruppe zu Kaffee und Punch eingeladen wird. Das gastfreundliche Ehepaar, das wir so unvorbereitet überfallen, sind Christina und Bernhard Wälte vom Nestenberg. In ihrem Wintergarten verbringen wir eine gemütliche halbe Stunde und bewundern die mehrere Meter langen Holzketten, die Bernhard aus einem Stück anfertigt.

Ohne weitere Zwischenfälle erreichen wir das Dorf, wo wir uns dankbar für eine unvergessliche Wanderung von unserm umsichtigen und humorvollen Leiter verabschieden.

Text: Marie-Louise Simmen

Fotos: Marie-Louise Simmen und Martin Wirz