Wanderwoche in Innertkirchen

19.August.2018 00:00:00

Sonntag, 19. August

Auf die Plätze, fertig, los! Schon wieder ist es Zeit, die Koffer zu packen und in die Wanderwoche zu reisen. Diesmal hat sich Beni Bachmann entschlossen, diese zu organisieren. Unter gütiger Mithilfe von seiner Frau Esther, Monika Stalder (mit ihrem Ruedi Flotron) und Eva Hehli entstanden abwechslungsreiche, interessante Ferientage.

Für die letzte Etappe der ÖV – Reise von Meiringen nach Innertkirchen erwartete uns ein kleines Bähnchen und brachte uns ein Stück der Aareschlucht entlang und durch einen langen Tunnel zu unserm Hotel „Hof und Post“ in Innertkirchen.

Und nun hiess es: Kurzer Zimmerbezug und dann ab ins erste Abenteuer: Ein Bauern – Wandergolf erwartete uns. Ein Golfschläger und ein paar Holzbälle in der Hand machten wir uns auf die 6.5 km lange Reise. Unterwegs hatten wir 18 Posten zu absolvieren. Meist mit grossem Gelächter landete der Ball jeweils früher oder später in einem Wagenrad, Härdöpfler, Waschhafen, ....... Beim Posten 13 erwartete uns ein reichhaltiger Apero. Die Sonne hatte uns vorher fast austrocknen lassen.

 

Montag, 20. August

Um 8 Uhr fuhren wir bereits mit dem Bähnli nach Meiringen und von dort mit einem Oldtimer Posti zur Grossen Scheidegg. Eine Stunde und viele Kurven später erreichten wir unser Ziel. Der Chauffeur entpuppte sich als fröhlicher Spassvogel, der viel Wissenswertes an den Mann (oder Frau) bringen konnte. Bei der ersten Rechtskurve liess Maria einen „Geuss“ los, da sie uns schon alle im Abgrund landen sah. Später liess sie es beim „Auf die andere Seite oder Augen verdecken“ bleiben. In einer tollen Wanderung ging’s Richtung Rosenlaui. Die Flinkeren machten noch einen Umweg über das Hornseeli und mussten aufpassen, dass sie nicht auf die vielen kleinen Fröschlein standen, die über den Weg flüchteten. Ohne abzumachen erreichten beide Gruppen die Kreuzung. Die einen wanderten weiter zur SAC Brochhütte und leerten dort den ganzen Vorrat an Most ohne Alkohol. Die nächsten mussten sich dann mit Süsswasser begnügen und schafften es auch dort, dass keine Schorlifläschchen mehr vorhanden waren. Den Abstieg zur Rosenlaui brachten wir im Nu hinter uns. Und dann die Rosenlauischlucht: Diese hat wirklich ihren Namen verdient. Alle waren fasziniert von den Wassermassen, die sich im Lauf der Jahrtausende durch den Fels gefressen hatten und tolle Gebilde entstehen liessen.

Der gleiche Chauffeur holte uns wieder ab und Maria setzte sich vorsorglich ganz hinten ins Auto.

Einige liessen es sich nicht nehmen, vor dem Nachtessen noch die Aareschlucht zu begehen.

Schon am ersten Tag hatten wir bemerkt, dass wir mit dem Koch mehr als zufrieden sein konnten. So genossen wir jeden Abend ein schmackhaftes Menu.


Dienstag, 21. August

Etwas länger schlafen, aber nur, weil das erste Postauto Richtung Grimsel erst um halb 10 Uhr fährt. So kamen wir in der Gärstenegg an, wo wir von zwei Spezialisten der KWO (Kraftwerke Oberhasli) empfangen wurden. Sie führten uns gekonnt durch Stollen und Gänge, teilweise mit einem Bus. So erfuhren wir allerhand über die Herstellung von Strom. Je nach täglichen Spitzenzeiten wird mehr oder weniger Strom produziert. Ein Glanzstück bildete aber sicher die Kristallhöhle. Beim Sprengen eines Stollens stiessen die Arbeiter auf eine Kristallkluft. Statt den Stollen weiter voranzutreiben, betätigten sie sich als Strahler. Zum Glück war der Hauptteil der Kluft durch eine grosse, querliegende Kristallplatte geschützt. Schnell wurde die 14 m lange Kluft unter Schutz gestellt. Seit 1987 können die Besucher dieses Naturphänomen durch drei Einblicke bewundern.

Wandern war natürlich am heutigen Tag auch noch angesagt: Auf einem früheren Säumerweg ging’s abwärts, die einen bis Handegg und der Rest nahm erst in Guttannen den Bus.

Zwischen den einzelnen Gängen des Nachtessens erzählte uns der Gadmertaler Fred Jaggi in seinem urchigen Dialekt allerhand Geschichten über die Entwicklung des Haslitals.


Mittwoch, 22. August

Was entstanden doch mit der Zeit für Namen für unsere erste Wandergruppe! Die Lahmen, die Langsamen, die Gemütlichen, die Entschleunigten, die.....

Auf jeden Fall starteten wir heute auf dem Brünig und absolvierten den Panoramaweg über Hohfels – Wasserwendi nach Reuti. Ein toller Weg führte uns durch Wald und Feld, immer etwas auf und ab auf der andern Seite des Haslitals. So hatten wir einen prächtigen Ausblick auf den Rosenlauigletscher, den Gauligletscher, auf die Engelhörner, das Wetterhorn und später tauchten auch Eiger und Mönch auf. In Reuti stiegen wir in die grosse Seilbahn und liessen uns nach Meiringen transportieren, wo wir noch unseren Gelüsten nachgehen konnten: Die berühmten Meringues durften ja schliesslich in dieser Woche nicht fehlen!

Sophia Graf: Unterdessen fuhr die Gruppe B per Postauto bis Schwendi, dann mit der Seilbahn nach untere Trift, und mit einer „Klettertour“ zur Hängebrücke mit Sicht auf den Stausee und die wilde Bergwelt ringsum. Mit einer Ausnahme nahmen alle ihren ganzen Mut zusammen und überquerten trotz mulmigem Gefühl die Brücke hin und zurück. Dann stiegen wir auf zur SAC-Hütte Windegg. Dort wurden wir bestens verwöhnt mit selbstgemachten Zwetschgenwähen, Haslikuchen etc. Und dank dem feinen Hüttenkaffee überstanden alle auch den steilen Abstieg. Auf vier Bähnli verteilt ging’s wieder hinunter nach Schwendi. Dort warteten wir auf das Postauto, das uns sicher zurück nach Innertkirchen fuhr.

Am Abend beehrte uns noch ein clowniger Gast mit ein paar lustigen Anekdoten.

 

Donnerstag, 23. August

Diesmal starteten wir direkt vor dem Hotel und wanderten auf der rechten Talseite nach Meiringen. Ein Abstecher auf die Burg Resti lohnte sich wirklich. Auf einer Stahltreppe erklommen wir Stockwerk für Stockwerk, informierten uns an den jeweiligen Infotafeln und hatten zuoberst einen herrlichen Ausblick auf das Tal. Weiter ging’s dann mit einer nostalgischen Standseilbahn zu den Reichenbachfällen. Wir liessen uns von den stiebenden Wassermassen berauschen und stiegen aufwärts bis Zwirgi. Dazwischen konnten wir immer wieder einen Blick auf die tosenden Fälle werfen. Auf der linken Talseite ging’s dann wieder zurück ins Hotel.

Jacqueline Hermann: Unsere Wanderung begann beim Eingang zur Rosenlauischlucht, aber nicht durch die Schlucht führte der Weg, sondern hoch zu den „Steinmannli“. Dann ging’s stets in gleichmässigem Tempo aufwärts. Beim ersten Trinkhalt erblickten wir die Dossenhütte im Sonnenlicht. Der Mittagshalt auf der Engelhornhütte (1901 m ü M) war zeitlich früh und wir wurden mit guter Suppe, Apfelkuchen etc. verwöhnt. Der Abstieg erforderte Trittsicherheit und ging später über in einen alten Säumerweg. Nach einer Erfrischung im Zwirgi nahmen wir noch den Abstieg durch die Reichenbachschlucht unter die Füsse. Angekommen bei der Talstation der Standseilbahn öffnete der Himmel die Schleusen. Wir sind „Glückspilze“ und konnten einen wunderschönen Tag erleben.

 

Freitag, 24. August

Der Wetterbericht verhiess auf heute nicht allzu viel Gutes. Deshalb schüttelte unsere Tourenleitung ein Alternativprogramm aus der Tasche:

Über die Hälfte der Teilnehmer wanderte von Brienz aus ziemlich lange auf der Teerstrasse bis zu den Giessbachfällen, fuhr dann mit der ältesten Standseilbahn der Schweiz an den See hinunter und wanderte nachher auf einem herrlichen Uferweg bis nach Iseltwald. Hier bestiegen wir das Schiff und fuhren zurück nach Brienz.

Einige benutzten den Tag, um dem Ballenberg einen Besuch abzustatten. Der angekündigte Regen kam wieder, wie fast jeden Tag, erst am Abend.

 

Samstag, 25. August

Heute wollten wir’s nochmals wissen: Der Ausflug Richtung Tällihütte stand auf dem Programm. Gemeinsam bestiegen wir das Postauto. Unsere Gruppe durfte etwas länger im Postauto sitzen bleiben, während die anderen bereits unterwegs waren. Beim Steingletscher reichte es gar noch für einen Einkehrhalt. Auf dem alten Säumerpfad wanderten wir sorgfältig abwärts. Der Weg war recht glitschig, da es in der Nacht geregnet hatte und der Nebel tief  hing. So erstaunte es nicht, dass einige sich plötzlich auf dem Hosenboden sitzend wiederfanden. Als uns dann Ruedi aber zeigte, wie kriminell man auch noch stürzen konnte, war die Lust aufs Umfallen definitiv verflogen. Nach zwei Stunden Marschzeit erreichte uns dann die Front und liess die ersten Regentropfen auf uns niederfallen. Eine halbe Stunde vor Gadmen erreichten wir eine Blockhütte, die heute sogar bewartet war, da dort ein Landmaschinentreffen stattfand. So konnten wir uns mit Kaffee und Bratwürsten aufwärmen.

Marie – Louise Simmen: Einsam im Nebel zu wandern – man sah weder  Titlis noch Tälli und konnte sich voll auf  den glitschigen Weg und die Schritte der Vorderfrau konzentrieren.  Die Eierschwämme mussten wir stehen lassen, doch einige wunderbar süsse und grosse Heidelbeeren liessen wir uns nicht entgehen. Auf der Wendenalp begegneten uns vier Inder, die die Bahn auf den Titlis suchten. Sie konnten nur schwer bergreifen, dass sie den ganzen Weg nach Engelberg zurückfahren mussten. Leider setzte kurz nach Zwölf der Regen ein, obwohl wir erst nach 14 Uhr damit gerechnet hatten. Mit grösster Konzentration wanderten wir  weiter, steil rauf und runter, auf ruppigen Wegen mit grossen Tritten und erreichten ohne weitere Pause und zum Glück mit nur kleinen Zwischenfällen pudelnass die Tällihütte, die von Monikas Sohn Dimitri betreut wird. Noch selten hat uns eine warme Suppe so gut geschmeckt.


Sonntag, 26. August

Auf die Plätze, fertig, los! Schon wieder ist es Zeit, die Koffer zu packen und heimzureisen. Der Kreis schliesst sich. Vollbeladen mit unendlich vielen Eindrücken kehrten wir wieder zu unseren Familien zurück.

Danken möchte ich nochmals Beni, Esther, Monika und Eva für die umsichtige Führung der Wanderungen in dieser Woche, unserm Hoffotografen Ruedi, der  uns mit Hunderten von Fotos immer wieder die Möglichkeit gibt, in Erinnerungen zu schwelgen und natürlich allen Teilnehmenden, die sich hoffentlich schon auf nächstes Jahr in Savognin freuen.

 

Text:          Agnes Heuberger

Fotos:         Ruedi Flotron, Eva Hehli

 

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