Wanderferien in Albanien vom 6.-15. Okt`17

06.Oktober.2017 00:00:00

Im vergangenen Jahr arbeitete Reinhold Wick im Rahmen des Projektes „Senior Experts“ für einen Monat in Albanien, wo er zusammen mit Mitarbeitern eines Reisebüros neue Wanderrouten erschloss und mit Farbe markierte. Diese Erfahrung bewog ihn, im SAC Toggenburg Wanderferien im gebirgigen Nordalbanien auszuschreiben.

Die acht Mitglieder Reinhold Wick, Thomas Furter, Pia Hollenstein, Astrid Köppel, Marlis Rohner, Kurt Rohner, Franziska Schawalder und Sonja Stöckli meldeten sich an. Dazu gesellten sich die fünf Gäste Trudi Bruderer, Konstantin Egli, Ursula Frischknecht, Kurt Schönenberger und Edith Waldhuber. Damit ergab sich eine bunt gemischte Gruppe von 13 Neugierigen, die der Reise in das unbekannte Land entgegenfieberten.

 

Anreise
Freitag, 6. Oktober 2017

Um 8:45 Uhr treffen sich 9 Teilnehmende am vereinbarten Treffpunkt des Flughafens Zürich. Dank der Unterstützung von Franziska gelingt das Einchecken am Automaten, und um 10:45 Uhr starten wir pünktlich unsere Reise via Ljubljana nach Tirana. Reini und drei weitere Teilnehmende, welche für Badeferien bereits drei Tage früher anreisten, erwarten uns am Flughafen in Tirana. Mit dabei ist auch unser lokaler Reiseführer Gerdi. Nach einer von Reinis Gitarre begleiteten Singrunde in der Ankunftshalle verfrachten wir unser Gepäck in den bereitstehenden Reisebus, der uns nach Shkodra bringt, wo wir auf einer Terrasse direkt am Fluss ein verspätetes Mittagessen geniessen. Dann besichtigen wir die über der Stadt liegende Burgruine mit Blick über die Stadt. Von dort geht es zum Hotel Tradita, wo wir unsere Zimmer beziehen, bevor einige Teilnehmer noch einen Abstecher in die Stadt machen, um Geld zu wechseln. In der Zwischenzeit hat es stark zu regnen begonnen, so dass sie mit nassen Schuhen zurückkommen. Nach dem Nachtessen im Hotel werden wir mit ohrenbetäubender Livemusik beschallt, bis wir uns zur Nachtruhe auf die Zimmer zurückziehen.

 

Abenteuerliche Fahrt über den Thethi-Nationalpark
Samstag, 7. Oktober 2017

Um 7:30 Uhr erscheint die Gruppe vollzählig zum Frühstück und eine Stunde später starten wir in zwei Fahrzeugen zur Reise ins Theth-Tal. Es ist bedeckt und kühl und ab ca. 1500 m.ü.M beginnt es zu schneien. Kurz vor der Passhöhe bleibt ein Kleinbus vor uns im Schneematsch liegen und kann nur mit Mühe von einem geländegängigen Fahrzeug zum Kulminationspunkt auf etwa 1700 m.ü.M hochgezogen werden. Mit viel Geschick und auf dem letzten Drücker schafft es dann unser Fahrer ebenfalls auf die Passhöhe. Das nervöse Lachen der Insassen hört erst auf, als auf der Abfahrt nach Theth kein Schnee mehr auf der Fahrbahn liegt. Erleichtert drüber, dass alles gut abgelaufen ist und von der Fahrt auf der holprigen Strasse durchgeschüttelt erreichen wir kurz vor Mittag unser Guesthouse Vila Gjeja in Theth. Nach einem Empfangstee geniessen wir das Mittagessen und beziehen dann unsere Zimmer. Auf einem kurzen Rundgang durch Theth besichtigen wir den Vendetta-Turm, wo früher Gesetzlose vor der Blutrache Schutz fanden, wie uns Gerdi erklärt. Um 19:00 Uhr wird das Nachtessen aufgetragen und anschliessend gibt es noch eine Singrunde, bevor wir uns gegen 23:00 Uhr auf die Zimmer zurückziehen. Für einige Teilnehmer gibt es eine ziemlich ungemütliche Nacht, da das Guesthouse nicht beheizt ist und die Temperatur draussen auf den Gefrierpunkt absinkt. Für die folgenden Nächte  haben einige doppelte Bettdecken bekommen.

Wanderung zum Wasserfall und zum Blue Eye-Spring
Sonntag, 8. Oktober 2017

Über Nacht haben sich die Schneewolken verzogen und der Tag beginnt wolkenlos und kalt. Nach dem Frühstück brechen wir auf zu einer Rundwanderung im Theth-Tal, die uns am Vendetta-Turm vorbei zu einem Wasserfall führt. Weiter geht es talabwärts nach Nderlysa, wo wir an einem Bach mit „Gletschermühlen“ eine Mittagspause einlegen, bevor wir in ein Seitental hochsteigen zur Blue Eye-Spring und dann nach Nderlysa zurückkehren. Nachdem wir dort in einer Gartenbeiz unseren Durst gelöscht haben, machen wir uns auf den Rückweg zu unserer Unterkunft, vorbei an einer mit Wasserkraft betriebenen Maismühle, einem kleinen von den Chinesen erstellten Wasserkraftwerk und dem eindrücklichen Canyon von Grunas. Um 16:30 Uhr erreichen wir die Vila Gjeja. Bis zum Nachtessen um 19:00 Uhr bleibt Zeit für ein Bier, eine Dusche und etwas Entspannung. Kurz nach 22:00 Uhr ziehen sich dann alle auf die kalten Zimmer zurück.

Koni Egli

 

Bergtour Arapi 2217 m (Maja e Arapit auf Albanisch) 
Montag, 9. Oktober 2017

Heute steht unsere erste grössere Bergtour auf dem Programm, Ziel ist der 2217 m.ü.M. hohe Arapi, welcher auch  „Matterhorn Albaniens“ genannt wird. Die Einheimischen nennen ihn den „Dunkeln“. Er liegt am Rande des Nationalparkes Theth und zählt zu den Wahrzeichen der Region. Seine 800 Meter hohe Südwand bietet wirklich auch für uns als Viel-Berggänger eine imposante Ansicht.

Nach dem Frühstück geht’s los, Gerdi schafft's auch gerade noch 5 Minuten vor unserem abgemachten Treffpunkt und nimmt halt den Kaffee im Kartonbecher mit auf den Weg. Zudem werden wir von Marash, einem einheimischen Guide begleitet. Die erste Stunde folgen wir dem Tall hinauf und zu unserer Überraschung steht da ein „Bar Cafe Taxi Kroni“, wo wir uns natürlich stärken. Danach geht es los mit dem Aufwärts, irgendwo müssen ja schliesslich die knapp 1400 Höhenmeter liegen! Der Weg ist erstaunlich angenehm, in freundlicher Steigung geht’s im Zick Zack hoch. Bald kommen wir in den Schnee, die Sonne beleuchtet die Szenerie und wir fühlen uns wie im Paradies. Von der schneebedeckten Wiese am Peja-Pass treten wir in ein Gewirr aus grauen spitzen Felsen. Das Karstgebiet erinnert an die Churfirsten und nun weglos führt uns Gerdi stetig aber ohne Eile immer höher. Der Weg ist durch Steinmännchen angedeutet und die berechtigte Frage, weshalb diese nicht Steinfrauchen heissen, macht die Runde. Der Weg ist herausfordernd und wird durch den Neuschnee, welcher nicht erkennen lässt, wo sich mögliche Karstlöcher verstecken, noch erschwert. In einer Grasfläche können wir sogar Balkangämsen beobachten. Den bereits lange im Blickfeld stehenden Gipfel erreichen wir um ca. 13 Uhr über eine steile Grasflanke. Der Ausblick, welcher bis Montenegro reicht, ist fantastisch. Der blaue Himmel mit den für die Fotografen beliebten Dekor-Wolken, lässt uns kaum satt blicken. Im Flachmann hat's zum Glück Schweizer Qualitätsgipfelschnaps, welcher unser Glück noch vervollständigt. Reini hat wiedermal an alles gedacht und deponiert ein mitgebrachtes Gipfelbuch in einer Militärgamelle. Die Ähnlichkeit mit „unseren“ Bergen ist frappant und überraschend zugleich. Hauptunterschied ist wohl, dass die Berge in Albanien erst wenige Besucher erlebt haben. Wir steigen denselben Weg hinunter, Marash bewegt sich wie eine Bergziege über die Felsblöcke und hält immer wieder unterstützend seine Hand hin. Zurück im Tal geht bereits die Sonne unter, im Abendrot nehmen wir die letzten Meter unter unsere doch etwas müden Füsse. Beim feinen Znacht und angeregten Gesprächen lassen wir den eindrücklichen Tag ausklingen.

Sonja & Thomas

Von Theth über den Valbonapass  nach Valbona
Dienstag, 10. Oktober 2017

Heute ist ein spezieller Tag; wir dislozieren von Theth nach Valbona. Mit Bergschuhen ausgerüstet und den Rucksack aufgeschnallt warten wir, bis die Maultiere eintreffen. Wir tragen nur den Tagesrucksack mit etwas Proviant, während die Maultiere unser ganzes Gepäck transportieren.

Anfangs wandern wir gemächlich aufwärts durch farbenfrohe Laubwälder, doch bald wird der Pfad steiler und das anfängliche Geplauder wird immer spärlicher. Wir geniessen den Aufstieg durch das abwechslungsreiche Gebiet. Der Alltag ist weit, ganz weit fort. Der Sound zu dieser Tour spielen nicht die Motoren der Autos oder der Töfffahrer, sondern Wind und gurgelnde Bächlein – und manchmal ist es ganz still. Unerwartet, nach ca. zwei Stunden unterwegs, taucht eine Hütte auf. Niemand hätte hier in dieser einsamen Gegend etwas wie Zivilisation erwartet. Zu unserer Überraschung entpuppt sich das lottrige Häuschen als Beiz. Unsere Schritte beflügeln sich und schon stehen wir am Schanktisch, um schnell einen Kaffee zu ergattern.

Auf dem Valbonapass holen uns die Maultiere ein. Ohne sich um die Fotografen zu kümmern, trotten die Tiere weiter. Schon liegt Trudi im Gras – die Gepäckstücke auf dem Maultier kamen in die Quere und schubsen alles rücksichtslos beiseite, was im Wege steht. „Wer Lust hat, kann in 15 Min. noch den Gipfel (1909 m) besteigen“, ermuntert uns Reini. Durch den Schnee stapfen wir dem Gipfel zu. Oben werden wir mit einer grandiosen Rundumsicht belohnt. – „Solche Momente einer Tour liegen ganz nahe am perfekten Glück!“ – Nach den obligaten Gipfelküssen, die bei Sonja und Thomas immer etwas länger dauern, geht’s wieder runter. Auf der Nordseite des Passübergangs liegt noch Schnee und wir passen auf, dass wir im steilen, schmalen und steinigen Pfad nicht ausrutschen. Beim nächsten Trinkhalt lassen es sich einige - allen voran Kurt, Reini und Franziska - nicht nehmen, an einem grossen Felsbrocken ihre Kletterkünste vorzuführen. Weiter geht’s über Alpweiden, durch duftende Föhrenwälder, über Bachläufe, wo sich das Wasser tief in den Talgrund gefressen hat.

Ab nächstem Kaffee Shop lassen wir uns in einem Minibus chauffieren. „Wer hat denn den Rucksack vergessen?“ Ein Guide springt dem Bus nach und schwenkt den Rucksack von Franziska hoch über seinem Kopf. Gerade noch rechtzeitig kann er das vergessene Stück der Besitzerin übergeben. Auf der holprigen Piste werden wir mächtig durchgerüttelt. Müde und zufrieden erreichen wir unsere kommende Unterkunft im Hotel „Vila Dini“ in Valbona.

Trudi Bruderer

Auf zum Mali Roshit = Monte Rosa 2522 m

Mittwoch, 11. Oktober 2017

Zwei Allradfahrzeuge brachten uns über ein ca. 300 m breites, trockenes und flaches Flussbett und später über eine sehr holprige Alpstrasse zum Ausganspunkt Kukaj auf  ca. 1200 m. Durch Wälder in leuchtenden Buchen und Hagebuchen stiegen wir hoch zu einer sehr einfachen Alphütte, in der ein älteres Ehepaar den Sommer über wohnt und die ca. 20 Kühe und Rinder hüten. Sie haben auch türkischen Kaffee und allerlei Getränke feil und einige von uns gönnen sich die Stärkung, während z.B. die Ursula mit ihren 74 Jahren in ihrem steten Tritt  obsi will. 

Nach geschätzten 3 Std. erreichen wir den Pass Roshit, 2300 m. Nun folgt ein recht steiler Aufstieg, vergleichsweise mit dem Frümselrücken,  über Schrofen und ein rechtes Stück über Trittschnee zum Gipfel.

Der Abstieg erforderte, dass die ganze Gruppe nahe aufgeschlossen lief, damit die einzelnen Steine, die wir auslösten, keine Gefahr darstellen konnten. Der Schnee war soweit aufgeweicht, dass wir nicht unsere Aufstiegspur brauchten, sondern in der Falllinie liefen und mit den Schuhen schöne Tritte stampfen konnten. Wir bewunderten auch hier die Pflanzen, die noch blühend zu sehen waren. Von der nur hier vorkommenden Albanischen Lilie, ähnlich wie die Türkenbundlilie, jedoch gelb oder orange, sahen wir nur die verblühten Fruchtstände, was aber auch schon Freude unter den Blumenfans auslöste.

Zurück bei der Alphütte gönnten sich alle ein Getränk, und hatten dabei das gute Gefühl, noch ein "gutes Werk" getan zu haben. Unser Tourenleiter Gerdi organisierte wieder die beiden Fahrzeuge, welche wir gerne bestiegen. BESTIEGEN im wahrsten Sinne des Wortes hat den Minivan Franziska, indem sie auf den grossen und starken Dachträger kletterte. Gerdi musste wohl zur Betreuung der Schweizerin die Rumpelfahrt ebenfalls auf dem Dach mitmachen. Beiden hat jedoch das Erlebnis sichtlich grossen Spass gemacht. 

Reini Wick

 

Wanderung zum View Point hoch über dem Valbonatal
Donnerstag, 12. Oktober 2017

Das Wort „View Point“ hört sich gut an. Zudem soll es eine „Erholungstour“ geben, bestimmt aber wird es keine Gewaltstour. Bei schönstem Sonnenschein wandern wir direkt vom Hotel Vila Dini los. Tiefe ausgebaggerte Gräben hindern uns, die Dorfstrasse auf dem kürzesten Weg zu verlassen. – Werden da wohl vergessene Wasser- oder Stromleitungen verlegt? – Über eine Brücke queren wir den Bach und schon geht‘s im zick-zack steil bergan. Die weiss-rot-weiss Wanderwegzeichen sind nur spärlich zu finden. – Scheinbar war Reini hier mit dem Farbkübel noch nie unterwegs. – Doch Gerdi wandert zielsicher voran und wir schwatzend hinterher. Auf einer lichten Wiese mit grandioser Sicht in die Berge machen wir einen Trinkhalt. Nach einer kleinen Stärkung aus dem Rucksack serviert uns Reini auf einem Silbertablett – oder mindestens war es mal silberfarben und jetzt, nach langem Lagern in der Naturdeponie nagt der Rost am Glanz des Tabletts – schön zugeschnittene Apfelstücke. Will Reini das Tablett wohl zum Entsorgen in seinen Rucksack stecken und mitnehmen? „Danke, Reini, für das schön präsentierte Dessert.“

Der Pfad schlängelt sich weiter den Berg hinauf. In Gedanken versunken wird mir bewusst, dass das Land Albanien schon etwas Spezielles ist. Landschaftlich ist es rauh und zerklüftet, die Menschen sind herzlich und gastfreundlich. An den steilen Berghängen gibt es für die Menschen kaum etwas zum Überleben; sie bleiben im Talgrund, dem sie über Jahrhunderte ein karges Leben abgetrotzt haben.

Der View Point macht seinem Namen alle Ehre. Hoch oben wachsen die engen Felswände in den Himmel, tief unten liegt das Valbona-Tal, in das sich der Bach einer Schlangenlinie gleich eingefressen hat. Über uns wölbt sich ein stahlblauer wolkenloser Himmel, die Wälder leuchten rot und golden. Es sind Farben, die kein Maler je auf die Leinwand bringen könnte, sie verbreiten eine Schönheit, die nicht mal die beste Mozart-Komposition rüber bringt. Wenn dann noch eine verkohlte Tanne die kahlen Äste wie hilflose Arme austreckt, schleicht sich eine leise Wehmut in die Seele; es ist Herbst und schon bald wird diese Farbenpracht Vergangenheit sein.

Nach dem Picknick und einem Gruppenbild auf dem View Point geht‘s weiter durch abwechslungsreiche Waldpartien und dann steil den Wald runter wieder zurück nach Valbona. Schon von weitem erblicken wir unser Hotel und wir freuen uns auf ein kühles Panasché.

Trudi Bruderer

Schifffahrt auf dem Koman-Stausee – Busfahrt nach Elbasan
Freitag, 13. Oktober 2017

Lebwohl Valbona. Wir freuen uns auf die Schifffahrt auf dem fijordähnlichen Koman-See. Doch leider fährt das Schiff erst um 13.00 Uhr und nicht wie vorgesehen um 10.00 Uhr. Somit fallen die grossen Diners (Mittag und Abend) zu nah aufeinander. Eine heftige Diskussion entsteht über das WIE – WANN – WO und ÜBERHAUPT werden wir zwei Mal essen. Ja, das sind Schweizer Probleme auf hohem Niveau!

In Fishte besteigen wir Punkt 13.00 Uhr ein kleines Fährschiff. Der See zieht sich als langer Schlauch über 34 Kilometer durch das schmale Tal des Drin. Anfangs ist der Stausee noch bis 400 m breit. Die Anhöhen und Berge spiegeln sich im glasklaren Wasser. Durch die Wellen entsteht ein bizarres Wasserbild. Nach und nach kommen die Felswände näher. Wir fahren durch die Schlucht mit vielen Nebencanyons. Die immense Höhe und Steilheit der Felswände auf beiden Seiten sind beeindruckend. Man verliert das Gefühl der Dimensionen. Gleich angrenzend an die Höhenzüge, die Steilhänge und die Zerrissenheit der Felsvorsprünge, in der ganzen Wildheit der Natur, öffnet sich das Gebiet hin und wieder und wir entdecken in unwegsamem Gelände Hütten, die abseits von kleinen Weiden und Feldern stehen. Wir können kaum glauben, dass Menschen hier mit so wenig überleben können. Zwischendurch hält das Schiff an Anlegestellen, wo Fahrgäste ein- oder aussteigen oder es werden Säcke mit Zwiebeln aufgeladen. Die Fahrt offenbart uns ungeahnte Einblicke in das bescheidene Leben der Einwohner.

Der Koman-Stausee wird von den Flüssen Drin, Valbona und Shala gespeist. Das angeschlossene Wasserwerk liefert Strom für das ganze Tal. Nach drei Stunden verlassen wir das Schiff und die Fahrt geht mit einem Bus weiter Richtung Elbasan. Eine Reihe weiterer Stauseen entlang des Drin machen die Fahrt auf der Passstrasse zu einem mannigfachen Genuss. Ein grandioser Sonnenuntergang schliesst die abwechslungsreiche Tagesreise ab. Als wir in Elbasan ankommen, ist es dunkel. Das einchecken im Hotel Guri ist schnell erledigt. In einem Nobelrestaurant werden wir mit einem feinen Nachtessen verwöhnt.

Trudi Bruderer

 

Besteigung des Mali Polis 1940 m
Samstag, 14. Oktober 2017

Pünktlich wie immer wartete der Bus am frühen Morgen vor dem Hotel Guri in Elbasan und brachte uns in einer einstündigen, holprigen Fahrt zum Fusse des Mali Polis.

Der Berg hat für Reini eine besondere Bedeutung, hatte er ihn doch ein Jahr vorher im Alleingang markiert.

Gemächlich stiegen wir einen schönen Wanderweg hoch, bis ein riesiger Dreck unsere Aufmerksamkeit auf sich zog. Schnell wurde klar: Frische «Scheisse» aber nicht gewöhnliche, sondern eine extra Riesenportion. Nach vorsichtigem Betrachten von vorne, hinten, oben…. voll von Kornelkirschsteinen in einer rötlichen Farbe, war die Vermutung nahe: Das musste ein Bär gewesen sein. Zwei einheimische Schafhirten bestätigten unsere Vermutung. Das Tier konnten wir dann doch nicht sichten. Den Bärendreck liessen wir mit ein paar lustigen Sprüchen hinter uns.

Später begegneten wir einem Schafhirten mit 3 Herdenschutzhunden (sie halten die Wölfe fern). Er schüttelte nach albanischer, freundlicher Manier jedem von uns die Hand und freute sich über etwas Smalltalk.

Unser ortskundiger Guide führte uns auf einer leicht alternativen Route auf den Berg. Eine prächtige Rundsicht bis runter nach Elbasan belohnte den schweisstreibenden Aufstieg. Der einheimische Raki aus dem Flachmann von Kurt wärmte neben der Sonne auch unsere müden Glieder von innen.

Beim Abstieg folgten wir den «Reini-Zeichen», die waren umsichtig und deutlich markiert, so dass wir schnell am Ausgangspunkt angelangten. In der einheimischen Bar  traf Reini schon wieder altbekannte Freunde vom letzten Jahr, die sich gerne mit uns ein Bier genehmigten. Schon erstaunlich, wie schnell hier Freunde gewonnen werden und wie freundlich uns alle begegneten.

Marlis Rohner

 

Tirana und Rückflug in die Schweiz
Sonntag, 15. Oktober 2017

Die weit geöffneten Reistaschen liegen wie hungrige Raubtiermäuler am Boden und warten darauf, mit Kleidungsstücken gefüttert zu werden. Wir quetschen Kleider und Material hinein und zerren den Reissverschluss zu. Ein letzter Blick, haben wir nichts vergessen? Haben wir die Flugtickets und den Reisepass griffbereit? Die letzten Leks (Albanische Währung) werden noch auf dem Flughafen verputzt. Viel Geld konnten wir während unseren Ferientagen nicht ausgeben, das Leben in Albanien ist für uns sehr preiswert. Die Verlockung, Souvenirs zu kaufen, ist klein. Das schönste Souvenir, das wir mit nach Hause nehmen, sind die einprägenden Erlebnisse an unsere gemeinsamen Tage.

Das Reisegepäck verstauen wir im Bus und fahren zur Hauptstadt Tirana. Bei einer kurzen Stadtbesichtigung besuchen wir den Grossen Platz mit dem Skanderbeg-Denkmal (Nationalheld), der Opera, die Wasserspiele, die Et'hem Bey Moschee und den Uhrturm, das historische Nationalmuseum und der Kulturpalast. Nach einem guten Kaffee heisst es endgültig Abschied nehmen und wir fahren mit dem Bus zum Flughafen. Mit vielen guten Erinnerungen im Gepäck reisen wir zurück in die Schweiz.

 

Danke – danke – danke

Lieber Reini, dir gehört ein speziell grosses Dankeschön! Du hast uns ermöglicht, ein Land kennen zu lernen, das uns grösstenteils unbekannt war. Albanien, das Land, das noch viel nachholen muss, wenn es die Touristen ins Land bringen will. Trotzdem oder gerade deshalb ist es empfehlenswert, dieses Land zu bereisen, die prächtigen und abwechslungsreichen Gebiete zu entdecken und nicht zuletzt die liebenswürdigen Menschen kennen zu lernen.

Reini, du hast für uns Vorbereitungen und Entscheidungen getroffen. Wir konnten nur in den Zug und ins Flugzeug sitzen und uns führen lassen. Zusammen mit unserem Bergführer Gerdi hast du organisiert und alles eingefädelt. Ihr habt uns auf entlegenen Wegen auf Berggipfel geführt und diverse Sehenswürdigkeiten gezeigt. Mit Begeisterung hast du uns Wissenswertes über das Land erzählt. Ganz speziell danken wir dir, dass du für uns nicht englisch Sprechende stets die Übersetzung gemacht hast.

Last but not least: Wir waren eine tolle Gruppe, die Kameradschaft wurde gross geschrieben. Mit den Worten von Reini schliesse ich den Bericht: „Wir hatten kein einziges Seniorentussi (meine Bemerkung: auch kein anderes Dussi) unter uns!“

Trudi Bruderer


Fotos von: Koni Egli, Pia Hollenstein, Franziska Schawalder, Sonja Stöckli, Reini Wick.

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