SST Schwägalp - Ennetbühl

22.Februar.2018 00:00:00

Eine  genüssliche Tour in schönem Neuschnee mit etwas Sicht und vielleicht sogar einmal ein paar Sonnenstrahlen hatte Ruedi noch am Dienstagabend um 23:49  angekündigt. Als wir gegen 08.30 Uhr auf der Schwägalp aussteigen, bläst uns ein kalter Wind Schneeflocken ins Gesicht.  Ruedi muss selber lachen, als er uns (wir sind fünfzehn) bei der Begrüssung eine gemütliche Wanderung wünscht. Und doch werden seine Wünsche wahr, denn als wir durch den Wald stapfen, spüren wir nichts mehr von der Bise und die Schneeflocken legen sich sanft auf unsere Kapuzen oder Wollkappen. Dazu kommt, dass der Wald uns verzaubert. Erstaunlich mit welcher Vielfalt Bäume und Sträucher mit dem Schnee umgehen: Die einen lassen sich fein bestäuben, als wäre der Schnee Puderzucker, andere legen sich eine dicke Schicht zu oder mummen sich sogar ganz ein. Vereinzelte braune Blätter, die noch an Sträuchern hängen, legen sich eine dicke Haube zu und wiegen sich ganz sacht im Wind. Tannen werden zu Kunstwerken.

Via Chräzerenpass und Pfingstboden kommen wir zum Ellbogen. Dort, in einem sogenannten Zimmer (einem Stall mit Wohn-und Kochgelegenheit)  geniessen wir den Znüni, sitzend, im Schutz von Dach und vier Wänden - wenn das für diese Verhältnisse nicht eine fürstliche Einkehrstätte ist! Nur die Zehen und Finger wünschten sich etwas mehr Wärme.

Anschliessend geht es hinauf zum Hinterfallenchopf, dann hinunter über die hintere und vordere Chloschteralp nach Ennetbühl. Und weil dies doch etwa achthundert Meter Höhenunterschiede sind, geht es immer wieder steil hinunter. Wohl weil die halbe Schweiz olympiafieberkrank ist, will uns Maria zeigen, was Tempo ist. Sie setzt sich auf ihr Hinterteil und saust in die Tiefe. Sogleich lassen sich auch andere fallen, rudern dabei mit den Händen und Füssen, um Maria einzuholen. Vergebene Mühe - Maria bleibt mit Abstand Siegerin.

Ein Nervenkitzel muss noch sein. Bei der Chloschteralp kommen wir in dichten Nebel. Jegliche Konturen verschwinden; es gibt auch keine Spuren. Ruedi lässt uns warten, um den Weg auszukundschaften und wird fündig, was wir nie bezweifelten. Ja, sagt er später, eine Herausforderung war es und bestätigt mir, wie recht ich habe, dass ich meine Touren in jener Gegend plane, die ich wie meine Hosentasche kenne.

Wie gut, dass du, Ruedi uns, trotz Kälte und viel Grau, in die Berge gelockt hast. Es war ein wunderschöner Tag - allerherzlichsten Dank!

 

Text:          Catherine Lieberherr

Fotos:        Walter Grob und Walter Schmid

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