Höhlentouren Alpstein

29.September.2018 00:00:00

An diesem Wochenende passten alle Wetterbedingungen perfekt und acht Teilnehmende marschierten von Stütze 2 in die Öhrligrueb. Nachdem die Steigeisen und der Helm mit Stirnlampe montiert waren, seilten wir uns ca. 40 m über eine vereiste Steilwand in die Höhle ab. Herzig war die Frau, die mit ihrer Tochter extra vom Wanderweg zu uns abstieg, weil sie sich verwunderte, wohin denn da die Leute verschwänden...

Unten in der Höhle empfingen uns tolle Eisformationen aus klarem, durchsichtigem Eis. Ein Stalagnat, d. h. eine mehrere Meter hohe Eissäule, die  durchgehend vom Boden zur Decke reichte, bildete einen schönen Blickfang. Das Höhlenbuch lag unter einer dicken Eisschicht begraben und war somit unerreichbar für uns.

Nach dem Ausstieg aus der Höhle genossen wir unser Picknick und den Weg zur Tierwis im Sonnenschein. Die Abendstimmung über dem Nebelmeer, das bis ca. 1700 m hinaufreichte, war wunderbar. Ein feiner Znacht mit einem Unterbruch, um den Sonnenuntergang um 19.09 Uhr zu sehen, füllte unsere Energiespeicher wieder auf. Im Verlaufe des Abends bekamen wir dann noch mit, wie Angehörige der Rettungskolonne verirrten Berggängern entgegengingen und sie schlussendlich mit der Rega ausfliegen liessen. Zum Glück enden ja wenige Bergtouren auf diese Weise.

Am Morgen folgte grad das nächste Ereignis, als wir auf der Petersalp vis-à-vis die brennenden Alpgebäude erblickten. Wir gingen nun abwärts zur Stütze 1 und dann waagrecht zum Höhleneingang der Säntishöhle. Mit Stiefeln, Knieschonern, Handschuhen und Helm ausgerüstet gings hinein in die ca. 200 m lange Höhle. Auf allen vieren, auf dem Bauch robbend oder aufrecht gehend gelangten wir von einer Kammer zur nächsten. Schöne Sinterformationen, die aussahen wie Vorhänge, eine Formation, „Madonna“ genannt und den „Elefanten“ sahen wir auf dem Weg. Jonny erläuterte uns mit ansteckender Begeisterung viele Details, z. B. dass die Formationen im alpinen Gebiet nur gerade 3 mm wachsen in hundert Jahren. Ausser einer Fledermaus waren wir die einzigen Besucher in der Höhle. Nach zwei Stunden gelangten wir wieder an die Oberfläche, äusserlich von oben bis unten verklebt mit Lehm, innerlich erfüllt von nachhaltigen Eindrücken über das Innenleben des Säntis. Das Picknick auf der Tierwis und der Aufstieg zum Masten 2 bildeten den Abschluss unserer Aktivitäten. Dankbar für alles Erlebte verabschiedeten wir uns von Jonny und Hanspeter, die uns kompetent begleitet hatten. Dabei waren Clemens, David, Christa und Roman, Erika und Andreas.

Bericht: Erika Meyer

Fotos: Roman Gschwend und Andreas Meyer

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