Gamplüt

26.Januar.2019 00:00:00

Das Angebot entsprach offensichtlich einem Bedürfnis: 19 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von KiBe bis Senioren trafen sich bei kalt-windigem, nebligem Wetter mit Schneetreiben auf dem Parkplatz Chuchitobel in Wildhaus. Wildhüter und Clubkamerad Urs Büchler gestaltete auf überaus sympathische Art (und erst noch gratis) eine spannende, lehrreiche Exkursion mit dem Titel „Tierspurensuche auf Gamplüt“. Dass diese Suche nicht einfach werden würde, war klar, denn der andauernde, wenn auch nicht sehr ergiebige Schneefall deckte die Spuren der vergangenen Nacht grösstenteils zu. Ebenso klar war, dass man keinesfalls die Tiere in den Wintereinständen stören wollte, haben diese in diesem harten Winter doch vor allem eines nötig: Ruhe. 

Urs hatte grossformatige Bilder und Zeichnungen im Gepäck, so dass er seine Ausführungen in der tief verschneiten Landschaft bestens illustrieren konnte. Für einmal und erstmals wagte sich der Schreibende auf Schneeschuhe; es ist zweifellos von spezieller Qualität, sich mit dem leichten Gerät in der Natur zu bewegen und an diesem Samstag sicher das Fortbewegungsmittel der Wahl.

An tiefgekühlten Vorderläufen aus Urs‘ Rucksack konnte handgreiflich erfühlt werden, wie genial die Evolution unsere Alpenbewohner zu Kletterspezialisten ausgebildet hat. Luna, treuer Begleiter des Wildhüters, der auch passionierter Jäger ist, interessierte sich dafür ebenso sehr, wenn auch aus anderem Grund.

Die unzähligen Fragen, von Urs geduldig und mit grosser Sachkenntnis beantwortet, zeigten, wie sehr das Verhältnis von Jagd, Wild, Forst, Bergsport und Tierschutz die Mitglieder des SAC beschäftigt. Hoch interessant auch die Informationen zum Luchsbestand im Toggenburg. Aus diesem Bestand sollen im Rahmen eines internationalen Projektes gesunde Tiere gefangen und nach Deutschland umgesiedelt werden. Sollte jemand einen Luchs-Riss entdecken, ist die Wildhut an einer entsprechenden Mitteilung interessiert, da Luchse einen Riss wiederholt nutzen. Übrigens: Ein Luchsriss ist gut erkennbar, weil er zugescharrt wird. Zudem ist der Luchs Feinschmecker, der Innereien aussortiert und sich lieber ans rot-saftige Muskelfleisch hält, wie wir nun wissen.

Die wetter- und verhältnisbedingt etwas abgekürzte Expedition endet im Säli des Hotel Sonne mit der Interpretation von Reinis Bildern mit Spuren, Losung und als Höhepunkt einem kurzen Film über ein Murmeltier, das sich an einem Schneehuhn gütlich tut, sowie einem nochmaligen herzlichen Dank an Organisator und Wildhüter.

 

Bilder und Text: R. Wick / W. Bächtold

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