Geschichte der Clubhütte auf dem Zwinglipass

Schon früh hatte die Sektion die Absicht eine eigene Hütte zu bauen. Mit dem Ziel die umliegenden Berge besser zu Erschliessen hatte sich die Sektion vor allem am Bau der Wege auf den Speer und den Säntis aktiv beteiligt. 1871 begann der Wegbau auf den Säntis, zusammen mit der Sektion Säntis, über die Tierwies. 1872 konnte der Weg bis zu diesem Punkt fertiggestellt werden und das erste Tierwies-Hüttchen eingeweiht werden. Dieses Hüttchen diente als Basis für den weiteren Wegbau. In den folgenden 2 Jahren wurde der Weg, zum Teil unter erschwerten Umständen, auf den Säntis fertiggestellt und das Tierwies-Hüttchen vergrössert. So entstand die erste Klubhütte, welche 1874 eingeweiht wurde. Bedingt durch die steigenden Besucherzahlen schloss man 1879 einen Vertrag mit dem ersten ständigen Hüttenwart ab. Der Besucherstrom stieg weiter und hatte zur Folge, dass 1891 die Hütte umgebaut und vergrössert werden musste. Sie erhielt dann ein Giebeldach. Weil die Tierwies sich im Laufe der Jahre zu einer Gaststätte entwickelte, wurde sie 1904 an den Tierwieswirt mit der Übernahme der Wegpflicht von der Schwägalp auf den Säntis verkauft.
1905 wurde die Haghütte mietweise übernommen. Ebenso mietete die Sektion die Regelsteinhütte bis 1958. An der HV 1941 wurde beschlossen, dass man wieder eine eigene Hütte erstellen möchte. Auf der Chreialp fand man einen geeigneten Standort. Die Hütte konnte aber aus finanziellen Gründen noch nicht erstellt werden. 1944 traten unerwartete Probleme mit dem Bodenerwerb auf der Chreialp auf. Die Alpgenossenschaft stellte zu hohe Auflagen. An der HV 1945 wurde entschieden, den Hüttenbau in Aussicht zu stellen. Erst 1966 konnte der Boden des jetzigen Standortes beim Zwinglipass erworben werden. Das eidgenössische Militärdepartement nahm vorgängig das Grundstück aus dem Schiessservitut. Die Sektion beteiligte sich auch am Bau der Transportseilbahn auf die Chreialp. Dadurch bekam sie das Recht 50 Tonnen Baumaterial zu transportieren. 1968 fiel der einstimmige Beschluss mit dem Hüttenbau zu beginnen. Es gelang auch, durch Spenden der Mitglieder, Fr.160'000.--  zu sammeln. Demzufolge konnte die Erstellung der Hütte aus eigenen Mitteln finanziert werden. Am 9. August 1969 konnte die Aufrichte gefeiert werden. Im November war die Hütte bis auf den Innenausbau fertig. 1970 konnte die Hütte zum 100-jährigen Bestehen der Sektion eingeweiht werden.
1991 wurden die Kellerräume und der Waschraum unter der Terrasse erstellt. 2007 ersetzte man die Holzfassade und die Fenster. Diese Bauelemente trotzten 38 Jahre lang dem Wetter.

 

 

In tabelarischer Form

1964 Wiederaufnahme der während 20 Jahren unterbrochenen Verhandlungen mit der Alpkorporation Chraialp über den Bau einer Clubhütte im Gebiet Chraialp – Zwinglipass. Die Verhandlungen beginnen unter Sektionspräsident Ernst Schmid und können unter Präsident Hannes Brunner im Jahre 1966 abgeschlossen werden.

1966 Die Alpkorporation verkauft Land auf der "Klus" an die SAC Sektion Toggenburg

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1968 Es ist erster Arbeitstag auf der Clubhüttenbaustelle. Bereits ab dem ersten Tag wird Fronarbeit geleistet. Man beginnt mit dem Aushub, dem Bau eines Teils der Stützmauer und dem Bau-WC. An diesem ersten Tag arbeiten 23 Personen.

1969

Am 7. und 8. wird aufgerichtet!

Karl Grob, Wattwil wird erster Hüttenchef.

Das 1. Hüttenbuch ist noch die Fortsetzung des Fronarbeiterheftes. Die ersten zahlenden Gäste werden registriert.

1970

Bei miserablem Wetter (Schnee, Kälte) wird der Küchenmöbeltransport ausgeführt. Oben angekommen muss jedes Möbelstück gewaschen und getrocknet werden.

 

Es ist offizielle Hütteneinweihung, dies zusammen mit dem Jubiläumsfest "100 Jahre SAC Sektion Toggenburg". Es wurden in und bei der Hütte ca 380 Personen verpflegt.

1971

1. Hötteträgete: 7,5 Ster Holz / 750 lt Wein / 150 kg Zucker / 30 lt Petrol / 10 lt Benzin / Rettungsmaterial & Kasten dazu

1978

Hüttenchef Karl Grob tritt nach sehr verdienstvoller Tätigkeit ab; es wird ihm bescheinigt, dass er in der Clubhütte stets für ein angenehmes Betriebsklima gesorgt hat.

Als Nachfolger und damit als 2. Hüttenchef wird Emil Brägger, Ulisbach gewählt.

1979

Die SOS-Telefonstation wird eingerichtet

1983

Am 19. und 20. werden die Installationen für die elektrische Beleuchtung an den Arbeitsplätzen in der Küche und im Keller sowie für die Beleuchtung im Winterraum vorgenommen – und es wurde Licht aus der neuen 200-Watt-Solaranlage.

Zwinglipasshütte 1
1990

Die Mitgliederversammlung beauftragt die Hüttenbaukommission (Vorsitzender ist Vicepräsident Fritz Schiess, Wattwil) mit der Ausarbeitung eines Projektes für die Hüttenerweiterung.

1991

Die Mitgliederversammlung genehmigt das Projekt für die Hüttenerweiterung: Unter einem wesentlich erweiterten Vorplatz soll ein grosser Holzraum und ein Waschraum eingebaut werden

Hüttenchef Emil Brägger gibt diese Funktion zurück; er hat zusammen mit seiner Ehefrau Bethli Brägger während 12 Jahren vorzüglich für Hütte und Gäste gesorgt.

Nachfolger und damit 3. Hüttenchef wird Eugen Kressibucher, Ulisbach.

Beginn der Bauarbeiten an der Hüttenerweiterung; es werden wiederum sehr viele Stunden Fronarbeit geleistet. Die Einweihung der neuen grossen Terasse wird noch im gleichen Jahr gefeiert.

1995 Am 10. und 11. werden in Wildhaus, auf Gamplüt und schliesslich noch auf der Hütte gefeiert:
- 125 Jahre SAC Sektion Toggenburg
- 25 Jahre Clubhaus Zwinglihütte

1996 Hüttenchef Eugen Kressibucher bringt ein Kunststofffass mit verschiedenen Rohren und Schläuchen. Es wird am Wassertank beim Durchgang zum Holzraum angeschlossen und es liefert dank neuzeitlicher Filter gebrauchfertiges Trinkwasser.

2006 Diese Hötteträgete wird von einem Team des Schweizer Fernsehens begleitet; die bearbeiten Sequenzen werden in der Tagesschau vom 25.06.2006 gezeigt.

2007 Clubhuette Umbau
2007

Die Mitgliederversammlung beschliesst die Aussenrenovation der Clubhütte; es werden alle Fenster und Fensterläden ersetzt.

Baubeginn an der Fassadenrenovation. Es werden wieder viele Fronarbeitsstunden geleistet.

2010

Die Mitgliederversammlung beschliesst über den Umbau der beiden Küchen.

Unter Leitung von Hüttenchef Eugen Kressibucher arbeiten Sek-tionsmitglieder am Abbruch der alten Küchen. Das Altmaterial wird zum Heli-Transport ins Tal bereitsgestellt.

Die Kücheneinrichtungen sind im Tal vorgebaut / vormontiert worden; die neuen Kacheln, Herde und Öfen stehen bereit. Mit dem Helikopter wird das gesamte Baumaterial zur Hütte geflogen.

  Es ist Hötteträgete bei schönstem Wetter. Die Clubhütte ist 40 Jahre alt und das Hüttenchef-Ehepaar Eugen & Marie-Louise Kressibucher ist zum zwanzigsten Mal verantwortlich für die Trägete-Organisation. Weil gleichzeitig auch die Sektion 140 Jahre und die Bergrettung 100 Jahre alt sind, gibt es eine mit viel Aufwand gestaltete Hötteträgete. Ein Alphorn-Trio begleitet die Trägete von der Alp Tesel über die Chraialp bis zur Hütte; so nach dem Motto: Mit Musik geht alles besser. Das Duo ‚Barfuessmusig’ spielt bei der Hütte bis in den Nachmittag hinein. Zusammen mit dem Alphorntrio und den drei hütteneigenen Senntumsglocken gibt es wunderbare Töne bis weit in die Bergwelt des Altmanns hinein.

2012

Die erste Hötteträgete unter Leitung des neuen Hüttenchefs Hans Egli bringt einige Neuerungen: Es kommen erstmals: Rotwein in Bidons, Alkoholfreier vergorener Apfelsaft (Möhl-Saft) sowie Bier in Dosen (Quöllfrisch von Locher-Brauerei Appenzell).

Weil zugleich auch Getränkeharasse ausgetauscht werden müssen und ausserdem verschiedenes Geschirr zu ersetzen ist, beträgt die Gesamtlast der Hötteträgete 2012 rund 6 Tonnen. Die sich zur Trägete versammelten 109 Personen strengen sich kräftig anund können gegen 13 Uhr zur Mittagssuppe antreten.


Chronik wurde zusammengesetllt durch Peter Weber

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